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Geschlechtsverkehr in Innenstadtlokal

Die Anklage lautet auf zweifache Vergewaltigung. Der junge Türke bestreitet den sexuellen Kontakt mit der Frau auch nicht. Es sei allerdings freiwillig geschehen.

Der junge Türke war an jenem Abend im Mai dieses Jahres ebenso Gast des Feldkircher Clubs, wie die Feldkircherin (40). Es war gegen vier Uhr früh, als die Frau das Damen-WC aufsuchte. Nach ihren Angaben soll ihr der zweifache Familienvater zuvor obszön zugeflüstert haben, dass er heute noch mit ihr Sex haben werde. Auf dem Weg zum WC stieß sie der Mann dann plötzlich in die Herrentoilette, drückte die Frau an die Wand, riss ihr die Jeans herunter und zwang sie zum Analverkehr. “Geredet haben wir nicht viel. Sie wollte es und ich wollte es auch”, gab der Mann heute vor Gericht an. Amnesie des Opfers “Nach dem brutalen Akt im WC hatte ich starke Schmerzen. Wie betäubt ging ich mit ihm in seine Wohnung in der Nähe”, schilderte das Opfer seine Version. Warum sie sich nicht gewehrt oder geschlagen hat und mitgegangen ist, kann die Frau nicht erklären.

Psychologen bezeichnen diese Reaktion als “Todstellmechanismus”, mit dem Opfer traumatische Erlebnisse verarbeiten wollen. Dass sie den Mann weggedrückt und immer wieder gesagt habe, dass sie es nicht wolle – daran erinnert sie sich aber noch. Ganz anders der Hilfsarbeiter: “Es gab keinen Widerstand, ich habe niemanden gezwungen.” Für den Schöffensenat gab es zu viele Zweifel an der Schuld des Täters. Das einfache Wegdrücken sei für den Mann nicht unbedingt als Widerstand erkennbar gewesen. Das Mitsichgeschehenlassen über einen längeren Zeitraum hinweg reiche als Widerstand nicht aus. Die Vierzigjährige gab zu, dass der Mann sie “nur” festgehalten habe. Dies alles reichte nicht aus, um den Unbescholtenen hinter Gitter zu stecken. Auch der Staatsanwalt gab sich mit dem Freispruch zufrieden, verzichtete auf Rechtsmittel.

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