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Gemeinsam am See: Wie Bregenz das Pipeline-Problem lösen will

©VOL.AT/Mayer
In den vergangenen Wochen sorgten Menschenansammlungen, Lärm und Verstöße an der Pipeline für Aufregung. Das will die Stadt nun ändern.
Aktion "Gemeinsam am See"
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Die Pipeline in Bregenz, mit dem frei zugänglichen Bodenseeufer, ist ein wichtiger Naherholungsplatz im Ländle. Viele Vorarlberger genießen dort gerne das schöne Wetter und spazieren am Seeufer entlang. In den vergangenen Wochen sorgte die Pipeline jedoch für Aufregung: Menschen versammelten sich dort, feierten und ließen Müll zurück. Auch zu zahlreichen Anzeigen kam es. Das sorgt bei den Bregenzern für Unmut. Die Stadt will nun dem Problem entgegenwirken und setzt mit der Aktion "Gemeinsam am See" neue Maßnahmen.

So denken Betroffene:

Polizei verstärkt Kontrollen

Damit das Miteinander am See gut funktioniert, sind gewisse Regeln einzuhalten. Gerade die letzten Wochenenden haben gezeigt, wie wichtig die Beachtung der vorliegenden Verordnungen und darüber hinaus ein respektvoller Umgang miteinander sind. Sowohl die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, als auch der Polizei sind laufend im Einsatz. Die Stadtpolizei setzt dabei, unterstützt von der Bundespolizei, auf Dialog und Deeskalation. Nichtsdestotrotz mussten zuletzt immer häufiger die geltenden Vorschriften zur Anzeige gebracht werden. Die Polizei hat die Kontrollen verstärkt und ist in erhöhten Patrouillenfrequenzen sowie als Fahrradstreife unterwegs.

Umfassendes Maßnahmenpaket

Das Durchsetzen der geltenden Vorschriften durch die Polizei wird begleitet von einem neu erarbeiten Maßnahmenpaket, der von Ritsch beauftragten "Task Force". Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der Polizei, der städtischen Abteilung für Rechtsservice, der Gemeinwesenarbeit und des Jugendservices, der Stadtgärtnerei, des Bauhofs und der Fachstelle Abfallwirtschaft. Neben der Einhaltung der Covid-Maßnahmen geht es auch um folgende Probleme: Littering, "wilde" Feuerstellen, Missachtung des Glasflaschenverbotes, frei laufende Hunde und Lärm (etwa durch laute Musikboxen).

Neuer Service und Uferaufsicht

Zur Verstärkung der Vermittlungsarbeit wurde ein neuer Service eingerichtet. Die Stadt hat vier neue Stellen zur Uferaufsicht geschaffen. Ihre Aufgabe ist es, in den stark frequentierten Bereichen von der Pipeline bis zum Wocherhafen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie sind Ansprechpartner bei Problemen und weisen bei Bedarf auf die Regeln hin. Die Uferaufsicht baut auf Erfahrungen der langjährigen Vermittlungsaktion "Gemeinsam am See". Ehrenamtliche Zweier- und Dreierteams gehen seit einigen Jahren durch die Seeanlagen und machen auf geltende Regeln aufmerksam. Die Teams sind an gelben T-Shirts mit dem Aufdruck "Gemeinsam am See" erkennbar. Sie sanktionieren nicht, sondern verständigen, wenn nötig, die Polizei. Auch die Jugendarbeit sucht regelmäßig öffentliche Orte auf, klärt auf und weist auf respektvolles Verhalten hin.

Die Stadt will eine weitere Vermüllung der Uferabschnitte vermeiden. Täglich kommen am Seeufer 10 bis 15 Kubikmeter Müll zusammen. Acht Mitarbeiter des Bauhofs und der Stadtgärtnerei reinigen daher täglich das gesamte Ufergebiet. Darüber hinaus wurden zusätzliche und vor allem größere Abfalleimer installiert, die auch öfter geleert werden. Zudem hat der Bauhof eigens für Pizzakartons Behälter mit erhöhtem Fassungsvermögen hergestellt.

Bürgermeister zeigt Verständnis

Auch andere Städte sehen derzeit ähnliche Probleme im öffentlichen Raum. Daher setzt die Landeshauptstadt auf Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen und die Nutzung von Synergien. Diese sind vor allem gemeindeübergreifend anzusetzen. Nur mit Verordnungen könne kein Miteinander am See geschaffen werden, so Ritsch. Daher gehe man diesen neuen Weg: "Ich habe großes Verständnis für alle - Jung und Alt -, die nach coronabedingten Einschränkungen jetzt wieder das Seeufer besuchen und dort gemeinsam eine schöne Zeit haben möchten. Ich bitte aber gleichzeitig alle Nutzer der Pipeline und anderer Bereiche, sich an die geltenden Spielregeln zu halten."

(VOL.AT)

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