AA

Gelder veruntreut: Jetzt vier Monate weniger Haft

Berufungsprozess am OLG Innsbruck: Gelder der 74-jährigen Anlegerin veruntreut
Berufungsprozess am OLG Innsbruck: Gelder der 74-jährigen Anlegerin veruntreut ©VOL.AT/ Hartinger (Themenbild)
Innsbruck, Feldkirch. Mehr als 50.000 Euro selbst verbraucht statt angelegt: Oberlandesgericht setzte unbedingten Teil der Haftstrafe mit acht Monaten fest.

Gier frisst Hirn“, sagte die 74-jährige Geschäftsfrau selbstkritisch. Deshalb habe sie dem Angeklagten über zwölf Jahre hinweg immer wieder hohe Geldbeträge zur erhofften gewinnbringenden Veranlagung in Aktien übergeben. Mehr als 50.000 Euro hat der 65-Jährige nach Ansicht der Gerichte nicht veranlagt, sondern für sich selbst abgezweigt und teilweise wohl verspielt. Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte aus dem Bezirk Feldkirch wegen Veruntreuung schuldig gesprochen. Der 65-Jährige wurde im Berufungsprozess am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) zu einer teilbedingten Gefängnisstrafe von 24 Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil acht Monate. Das teilte auf Anfrage OLG-Pressesprecher Wigbert Zimmermann mit. Das Urteil ist rechtskräftig.

Damit verringerte das Oberlandesgericht die in erster Instanz verhängte Strafe. Das Landesgericht Feldkirch hatte noch eine Freiheitsstrafe von drei Jahren mit einem unbedingten Teil von einem Jahr für angemessen erachtet. Das Zweitgericht in Innsbruck setzte nun den bedingten Teil der Strafe um zwölf Monate herab und den unbedingten Teil um vier Monate.

Die Staatsanwaltschaft legte dem Angeklagten zur Last, er habe 180.000 Euro der Geschäftsfrau veruntreut. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. Er habe kein Geld veruntreut. Den Großteil derGelder der Geschäftsfrau aus dem Bezirk Feldkirch habe er vereinbarungsgemäß in Aktien angelegt. Für die anderen Beträge habe die Dame ihm Kredite eingeräumt.

Sie habe in all den Jahren von dem angeblichen Buchhalter aus ihrer Wohngemeinde keinen Cent aus den ihm zur Veranlagung überlassenen Geldern zurückbekommen, sagte die 74-jährige Zeugin. Dabei hätte er nur 20 Prozent aus den erzielten Gewinnen für sich behalten dürfen.

Abrechnungen verlangt

Sie habe ihm stets aufs Neue auch deshalb Gelder überlassen, weil er ihr damit gedroht habe, sonst werde sie von ihrem Geld nichts zurückbekommen. Oft habe sie Abrechnungen von ihm verlangt, aber immer erfolglos. Er habe ihr nur rote Zettel mit Zahlenspielereien gezeigt und behauptet, ihr Vermögen sei durch seine Aktien-Veranlagungen mittlerweile auf vier Millionen Schweizer Franken angewachsen.

Eine Polizistin sagte als Zeugin, bei der Hausdurchsuchung habe der Beschuldigte ihr gegenüber angegeben, er habe 80.000 Euro aus den Geldern der Geschäftsfrau beim Glücksspiel in Feldkirch verspielt.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Gelder veruntreut: Jetzt vier Monate weniger Haft
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen