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Geiz ist doch geil - Verkaufsflächen im Diskont steigen

Insolvenzen, Firmenrückzüge sowie Filial- und Flächenreduktionen haben im Handel zuletzt zu einem Rückgang der Verkaufsflächen geführt. Davon ausgenommen sei der Diskont, wo die Verkaufsflächen 2023/24 um 40.000 auf 2,19 Millionen Quadratmeter zugenommen hätten, zeigt eine Erhebung der Beratungsgesellschaft Standort+Markt. "Geiz ist doch geil, wir haben im Diskont die größte Dynamik mit steigenden Verkaufsflächen", sagte Roman Schwarzenecker von Standort+Markt.

Zwar seien die zügellosen Expansionszeiten im Handel vorbei, es gebe aber Sparten, in denen Expansion stattfinde, sagte Schwarzenecker am Dienstag bei einem Pressegespräch. Stark im Trend seien sogenannte Aktionspostenmärkte wie Action oder Tedi. Mit Woolworth sei im Vorjahr ein weiterer Player aus diesem Segment in den Markt eingetreten, von dem man sich beim Standortberater noch weiteres Wachstum erwartet. Auch neue Teilnehmer würden dazukommen, so Schwarzenecker. Habe es im Jahr 2009 hierzulande erst 13 Aktionspostenmärkte gegeben, so seien es derzeit 337 Märkte.

"Durch zahlreiche Krisen - wie Pandemie, Krieg, Inflation, sinkende reale Kaufkraft und daraus folgend weniger konsumfreudige Stimmung - wird die Attraktivität der Diskontanbieter für die Kunden deutlich erhöht", sagte Schwarzenecker. Freiwerdende Fachmarktflächen würden von Diskontmärkten genutzt. Auch Vermieterinnen und Vermieter würden Diskonter nicht mehr als letzten Ausweg für schwer vermietbare Flächen sehen, sondern als willkommenen Frequenzbringer, so Schwarzenecker.

Bei Lebensmitteldiskontern sieht der Berater den Plafonds inzwischen erreicht, wenngleich dieses Segment gemessen an Verkaufsfläche (889.000 Quadratmeter) und Umsatzpotenzial (7,65 Mrd. Euro) die Nase vorne hat. Die Zahl der Supermarktdiskonter hat sich von 2009 bis 2024 um ein Drittel auf 1.167 Märkte erhöht. Hofer, Penny und Lidl sind die größten Anbieter in dieser Sparte, gemeinsam mit den Textildiskontern NKD und Kik machen sie 60 Prozent aller Diskontanbieter in Österreich aus.

Im Sportdiskontbereich habe sich bis 2015 viel getan, danach reduzierte sich die Zahl der Märkte aufgrund der Schließungen zahlreicher Sports Direct- und XXL-Filialen. Decathlon dürfte noch den einen oder anderen Markt eröffnen, erwartet Schwarzenecker. Auf der anderen Seite werde sich Sports Direct weiter zurückziehen. Wenig Bewegung gebe es im Möbeldiskont, wo sich in den vergangenen sechs Jahren praktisch nichts getan habe.

Dafür gebe es sehr viel Bewegung im Bekleidungsdiskont. "Was den Wechsel betrifft, ist dort die größte Dynamik", sagte Schwarzenecker. Durch den Markteintritt der polnischen Billig-Kette Pepco 2021 habe es einerseits einen starken Anstieg der Diskontmärkte gegeben, andererseits hätten sich zahlreiche Anbieter wie Orsay, Pimkie und Colloseum zurückgezogen. Insgesamt gibt es derzeit im Bekleidungsdiskont 971 Stores mit 452.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Am stärksten zugelegt hat 2023/24 der Textildiskonter NKD, der die Filialzahl gegenüber dem Jahr davor um 15 Niederlassungen erhöhte.

(APA)

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