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Gefahr abseits der Piste

Jeder Tourengeher und Freerider sollte eine funktionierende Notfallausrüstung dabei haben.
Jeder Tourengeher und Freerider sollte eine funktionierende Notfallausrüstung dabei haben. ©Laurence Feider
Lawinenausrüstung

” Skitourengeher ohne Notfallausrüstung handeln fahrlässig.” – Bergretter Jürgen Albrich setzt auf Risikomanagement zur Vermeidung von Lawinenunfällen.

Dornbirn. Zwölf Lawinentote gab es allein vergangene Woche in den heimischen Bergen. Mit der VN-Heimat spricht der Obmann der Dornbirner Bergrettung Jürgen Albrich über adäquates Verhalten in den Bergen und gibt wertvolle Tipps für Wintersportler.

Worauf führen Sie die derzeit alarmierende Zahl an Lawinenunglücken zurück?
Albrich: Momentan ist die Lawinensituation allgemein ungünstig, selbst für erfahrene Tourengeher. Es herrscht durchgehend Lawinenwarnstufe 3 was ein erhebliches Risiko bedeutet, von vielen Wintersportlern aber nicht als solches wahrgenommen wird. Stufe 3 ist doppelt so gefährlich wie Stufe 2, eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich. Die meisten Lawinenunfälle passieren daher bei Stufe 3.

Was kann man tun um sich bestmöglich vor Lawinenunfällen zu schützen?
Albrich: Wir empfehlen sich nach den so genannten “Stop or Go” Standardmaßnahmen zu verhalten. Dies ist eine vom Österreichischen Alpenverein entwickelte Strategie zur Vermeidung von Lawinenunfällen. Sie beinhaltet Entscheidungsstrategien und Maßnahmen für die Vorplanung und das Verhalten während einer Skitour. Auf einem leicht mitzuführenden Kärtchen sind alle wichtigen Handlungsschritte -von der Planung bis zur Abfahrt- explizit angeführt. Eine Checkliste hilft die Bedingungen im Gelände ständig zu überprüfen und gegebenenfalls auch die “Stop”-Entscheidung zu treffen. Die “Stop or Go” Karte ist beim ÖAV und der Initiative Sichere Gemeinden erhältlich.

Wie bereitet man sich optimal auf eine Skitour in ungesichertem Gelände vor?
Albrich: Laut “Stop or Go” Strategie gibt es fünf Punkte zu beachten. Unerlässlich ist es sich vorab über die Lawinensituation zu informieren. Einen Lawinenlagebericht kann man täglich bei der Landeswarnzentrale unter www.vorarlberg.at/lawine abrufen. Es gibt fünf Gefahrenstufen von 1 (allgemein sicher) bis 5 (Skitouren unmöglich). In die Gefahrenstufe muss auch die Hangneigung miteinbezogen werden. Beispielsweise sind bei Stufe 3 alle Hänge über 35 Grad Hangneigung tabu. Auch Wetterbericht, Kartenmaterial und Gruppenzusammensetzung spielen neben der Ausrüstung bei der Planung eine wichtige Rolle.

Was sollte zur Standardausrüstung eines Tourengehers gehören?
Albrich: Von jeder Person die sich in ungesichertem Skiraum bewegt wird vorausgesetzt, dass sie eine Standard-Notfallausrüstung mit sich führt. Dazu gehören ein LVS ( Lawinen-Verschütteten-Suchgerät), eine Lawinenschaufel, eine Sonde und ein Handy zum Absetzen eines Notrufs. Diese Standardmaßnahmen werden leider immer noch von vielen Wintersportlern unterschätzt. Ihrem Verständnis nach brauchen sie diese Ausrüstung nur für besonders anspruchsvolle Touren. Hier muss noch verstärkt ein Umdenken passieren, denn jeder der ohne Pieps, Schaufel und Sonde unterwegs ist handelt grob fahrlässig. Immer mehr Skitourengeher setzen inzwischen bei der Abfahrt auch einen schützenden Helm auf. Sehr bewährt als Präventivmaßnahme haben sich die so genannten ABS-Lawinen-Rucksäcke.

Wie leicht ist die Handhabung von LVS, Schaufel und Sonde?
Albrich: Hier kann ich jedem Tourengeher nur wärmstens empfehlen einen Lawinenkurs zu besuchen. Gerade in einer Stresssituation kann sich sonst ein noch so performantes Material als wertlos erweisen. Bei einem Lawinenabgang spielt der Zeitfaktor die wichtigste Rolle. Innerhalb der ersten Viertelstunde sind die Überlebenschancen eines Verschütteten am höchsten, danach sinken sie drastisch. Deshalb ist die Kameradenbergung bei einem Lawinenunfall so wichtig, bevor die Bergrettung vor Ort ist, ist es leider oft schon zu spät.

Factbox:
Standard-Notfallausrüstung: LVS (Lawinen Verschütteten Suchgerät), Lawinenschaufel, Sonde und Handy.
Notruf: 140 Bergrettung (Notrufnummer mit Landes- und Ortsvorwahl im Handy speichern)
144 Rettung
112 internationaler Notruf
Europäische Gefahrenstufenskala:
Stufe 1: gering
Stufe 2: mäßig, unter 40°, Bereich der Spur
Stufe 3: erheblich, unter 35°, gesamter Hang
Stufe 4: groß, unter 30°, Geländekammer
Stufe 5: sehr groß- Verzicht auf Touren und Varianten

Nächster Termin für Lawinenkurs “Abseits der Piste” in Dornbirn:
Grundkurs Tourengeher
Theorie: 25.02.2010 19 Uhr bis 22 Uhr im Bergrettungsheim in Dornbirn
Praxis: 28.02.2010, ganztägige Tour
Anmeldung unter Tel.: 05572/ 221 88

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