Gedenken an Provikar Carl Lampert in Oberösterreich und Vorarlberg

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Göfis - Mit Gedenkveranstaltungen in Oberösterreich, Vorarlberg und Polen erinnert die katholische Kirche in den kommenden Wochen an Provikar Carl Lampert. Der Vorarlberger wurde am 13. November 1944 in Halle/Saale mit zwei weiteren Mitgliedern des sogenannten "Stettiner Priesterkreises" hingerichtet.

Lampert ist der ranghöchste Priester, der im sogenannten “Großdeutschen Reich” ermordet wurde.

Carl Lampert wurde 1894 in Göfis bei Feldkirch geboren und 1918 zum Priester geweiht. Nach einigen Jahren als Kaplan in Dornbirn und Studienjahren in Rom wurde Lampert von Bischof Paulus Rusch zum Provikar (Bischof-Stellvertreter) der damaligen Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch ernannt. Als “gefährlichster Mann innerhalb des Klerus” wurde Lampert dreimal verhaftet und 1940 für Monate im KZ Dachau inhaftiert. Nach der Entlassung folgten Bespitzelung und Beschattung.

Lampert wurde “gauverwiesen” und nach Stettin verbannt, wo er gemeinsam mit den Mitgliedern des “Stettiner Priesterkreises” im Februar 1943 verhaftet wurde. Am 13. November 1944 wurde der Provikar in Halle an der Saale gemeinsam mit den Priestern Herbert Simoneit und Friedrich Lorenz sowie drei Zivilisten und fünf Soldaten enthauptet.

Im polnischen Szczecin (Stettin) erinnern Erzbischof Andrzej Dziega und der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky am 13. November um 18 Uhr bei einem Gedenkgottesdienst in der Propsteikirche an die Opfer des “Falls Stettin”. Ebenfalls am 13. November findet in Vorarlberg, in der Pfarrkirche Dornbirn St. Martin ein Gedenkgottesdienst zum 65. Todestag von Provikar Lampert statt.

Mit einer Lesung aus Briefen, die Lampert in der Haft geschrieben hatte, wird am 8. November ab 16 Uhr in der Pfarrkirche Ohlsdorf in Oberösterreich des Märtyrers gedacht. Der junge Komponist Florian Zaunmayr hat zu den Briefen und Gedichten unter dem Motto “Die Liebe aber stirbt nie” Musik komponiert, die junge Ohlsdorfer Musiker unter der Leitung von Klaus Pesendorfer vortragen werden. Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer feiert zum Abschluss der Gedenkveranstaltung – die von der Jägerstätter-Biografin Erna Putz organisiert wird – einen Gottesdienst in der Ohlsdorfer Kirche.

Das Katholische Bildungswerk Vorarlberg lädt zur “Carl-Lampert-Gedenkwoche”. Eckpunkte sind familienbiografische Gespräche mit Angehörigen von NS-Opfern im Bregenzer Gymnasium Gallusstraße am 9. November um 19 Uhr und die 6. Provikar-Lampert-Akademie unter dem Titel “Die Last der Erinnerung. Nationalsozialismus im Familiengedächtnis” am 14. November von 10 bis 13 Uhr in Hittisau im Bregenzerwald.

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