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GB-Wahl: Blair hat sehr gute Chancen

Drei Wochen vor der Parlamentswahl in Großbritannien sehen mehrere Umfragen die beiden großen Parteien Kopf an Kopf. Doch niemand geht von einem Sieg der oppositionellen Konservativen unter Howard aus.

Grund dafür ist das Wahlsystem, das der Labour Party von Premierminister Tony Blair auch bei einem prozentual knappen Wahlausgang eine komfortable Mehrheit der Sitze im Unterhaus sichern dürfte.

Die Mandate werden in den 646 Wahlkreisen nach dem Mehrheitsprinzip vergeben: Gewählt ist derjenige Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Dieses System, darin sind sich die Experten einig, wirkt sich negativ für die Tories aus. Denn die Hochburgen der Konservativen liegen auf dem Land. Hier dürften die Oppositionskandidaten eine solide Mehrheit einfahren. Doch auch ein großer Abstand zum Zweitplatzierten hat keine Folgen für die spätere Fraktionsstärke – die Zahl der Stimmen wird bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt.

Blair-Basis ist in den Städten

Die regierende Arbeitspartei hat ihre Unterstützer überwiegend in den Städten. Diese wiederum sind in mehrere Wahlkreise unterteilt. Grundsätzlich verteilen sich die Labour-Wähler auf eine größere Anzahl von Wahlkreisen, darunter auch solche, in denen Blairs Partei in der Vergangenheit mit verhältnismäßig kleinem Vorsprung gewonnen hat.

Entscheidend ist die Anzahl der so genannten „sicheren Sitze“. Und in dieser Hinsicht hat Labour eine deutlich bessere Ausgangsposition, wie William Jones von der Universität von Manchester sagt. Jones erwartet nicht, dass die Konservativen bis zum 5. Mai noch entscheidend in der Wählergunst zulegen. Dazu wäre ein politisches Erdbeben nötig, allerdings sei gegenwärtig nichts in Sicht, was über eine kleine Erschütterung hinausgehen könnte.

Um die Mehrheit der Parlamentssitze zu erringen, müssten die Tories nach Einschätzung der Demoskopen einen Vorsprung von mindestens zehn Prozentpunkten haben – und das scheint mehr als unwahrscheinlich. Eine am Montag veröffentlichte Umfrage im Auftrag der Zeitung „The Independent“ sah Labour bei 38 Prozent und damit sechs Punkte vor den Konservativen.

Bei der letzten Parlamentswahl im Jahr 2001 stimmten rund 41 Prozent der Wähler für die Arbeitspartei. Im Unterhaus stellt Labour aber 63 Prozent der Abgeordneten und hat eine Mehrheit von 167 Sitzen. Die Konservativen dagegen verfügen nur über ein Viertel der Mandate, obwohl sie insgesamt 32 Prozent der Stimmen erhielten.

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