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GB: Regierungsvertreter Brasiliens eingetroffen

Einen Monat nach der irrtümlichen Tötung eines Brasilianers durch britische Terrorfahnder sind zwei brasilianische Regierungsbeamte in London eingetroffen, um sich vom Fortgang der Ermittlungen zu überzeugen.

„Wir sind hier, um zu sehen, wie die Untersuchung läuft“, sagte der stellvertretende brasilianische Justizminister Wagner Goncalves am Montag bei seiner Ankunft am Flughafen von Heathrow. Die Frage, ob er eine Vertuschung des für die Londoner Polizei hochbrisanten Falls befürchte, verneinte Goncalves.

Die Brasilianer wollten in London mit Vertretern der britischen Regierung sowie der unabhängigen Beschwerdekommission der Polizei zusammentreffen, die den Tod von Jean Charles de Menezes untersucht. In der vergangenen Woche waren Bilder von Überwachungskameras und Einsatzprotokolle an die Öffentlichkeit gelangt, die die offizielle Darstellung des Vorfalls weitgehend widerlegten. Ein Cousin Menezes’ forderte daraufhin den Rücktritt Blairs. Menezes war einen Tag nach den fehlgeschlagenen Anschlägen vom 21. Juli in der U-Bahn-Station Stockwell erschossen worden.

Laut einer aktuellen Umfrage sind drei Viertel der britischen Bevölkerung mit gewissen Einschränkungen der Bürgerrechte zu Gunsten der Sicherheit einverstanden. 73 Prozent von 1.006 Befragten erklärten dies grundsätzlich für gerechtfertigt, heißt es in einer vom „Guardian“ veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts ICM. 62 Prozent erklärten sich mit einer Gesetzesänderung einverstanden, wonach so genannte Hassprediger auch dann in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden dürfen, wenn ihnen dort Folter droht. 68 Prozent stimmten zudem dem Vorhaben der Regierung zu, Terrorverdächtige künftig bis zu drei Monate ohne Anklage festzuhalten.

Der Bruder des in Italien festgenommenen Londoner Terrorverdächtigen Hamdi Issac wurde am Montag aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Er stehe aber weiterhin unter Hausarrest, teilte seine Anwältin mit. Remzi Issac wird der Besitz falscher Papiere vorgeworfen. Er wurde aber von dem Verdacht entlastet, mit einer Terrorgruppe in Verbindung zu stehen.

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