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Gaza: Journalisten-Schicksal ungewiss

Das Schicksal des im Gazastreifen verschleppten BBC-Journalisten Alan Johnston ist am Montag zunächst weiter ungewiss geblieben.

Das britische Außenministerium erklärte, es bemühe sich weiterhin um unabhängige Informationen. Die bisher wenig bekannte Gruppe „Brigaden der Einheit Gottes und des Jihad“ hatte am Sonntag erklärt, sie habe den 44-jährigen Journalisten „hingerichtet“.

Zur Begründung hieß es, ihre Forderung nach Freilassung von in Israel inhaftierten Palästinensern sei nicht erfüllt worden. Der palästinensische Regierungschef Ismail Haniyeh erklärte am Montag, es lägen keine Informationen vor, welche die Echtheit der Erklärung belegten.

Johnstons Eltern baten öffentlich um zuverlässige Nachrichten über ihren Sohn. „Dies ist eine entsetzlich sorgenvolle Zeit für uns“, erklärten Graham und Margaret Johnston. „Wir rufen jeden, der irgendetwas über Alans Situation wissen könnte, auf, sich bei den Behörden in Gaza zu melden“, hieß es in der Erklärung der Eltern. „Er hat drei Jahre lang inmitten der Menschen in Gaza gelebt und gearbeitet, um der Außenwelt über ihre Geschichte zu berichten – wir bitten alle mitzuhelfen, diese Tortur zu beenden.“

Die bisher unbekannte Gruppe „Kataeb al-Tawhid wal-Jihad“ hatte am Sonntag in einer E-Mail erklärt, sie habe Alan Johnston getötet. Die Gruppe, die einen ähnlichen Namen benutzt wie üblicherweise Anhänger des Terrornetzwerkes Al-Kaida (al-Qaeda) aus anderen Gegenden, kündigte zudem an, später ein Video von der Ermordung des Journalisten veröffentlichen zu wollen. Eine offizielle Bestätigung lag nicht vor. Die BBC zeigte sich sehr besorgt.

Johnston war am 12. März von bewaffneten Männern entführt worden. Er arbeitete seit 2004 für die BBC im Gazastreifen und sollte Ende März dort aufhören. In den vergangenen Monaten waren im Gazastreifen mehrfach Ausländer verschleppt worden, die jedoch bald wieder auf freien Fuß kamen. In der Regel versuchten die Entführer, von der palästinensischen Autonomiebehörde Gehaltsauszahlungen oder die Freilassung von Gefangenen zu erzwingen.

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