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Gaming ist nicht nur Männersache

Computerspielen ist nicht mehr nur ein Hobby. In einigen Ländern gilt E-Gaming schon als anerkannte Sportart und auch hierzulande wird die E-Sport-Szene immer größer.
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Auch die professionelle Gamerin Julia Kreuzer (alias „Miss Rage“) entdeckte diese Leidenschaft schon früh für sich. Mittlerweile verdient sie damit sogar genug, um davon leben zu können.

Wann hast du mit dem Gaming begonnen und was spielst du zurzeit? 

Ich habe mich schon immer für Computerspiele begeistert, aber in die Welt des Gamings im Multiplayer-Format bin ich erst mit 16 Jahren hineingestolpert. Angefangen habe ich damals mit Massively-Multiplayer-Online-Spielen wie „World of Warcraft“. Dann habe ich ein paar Jahre „League of Legends“ gespielt, aber alles lange Zeit nur zum Spaß und ohne Wettbewerbsgedanken. Gefesselt haben mich dann die Multiplayer-Ego-Shooter und dabei vor allem „Counter-Strike“. Letztes Jahr im Sommer hat Riot Games ein neues Spiel namens „Valorant“ herausgebracht. Das spiele ich derzeit am liebsten und da bin ich gerade im Rang Diamond, also in der drittbesten Stufe.

Was fasziniert dich am E-Sport am meisten?

Beim E-Sport geht es nicht mehr nur ums Spielen selbst. Auch körperliche und geistige Skills wie die Hand-Augen-Koordination und die Konzentrations- und Teamfähigkeit sind dabei sehr wichtig und entscheidend. Das Gemeinschaftsgefühl der Szene ist außergewöhnlich groß, denn wir teilen alle die gleiche Leidenschaft. Außerdem ist man dabei mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt, kommuniziert wird deshalb meist auf Englisch, wodurch sich auch die Sprachkenntnisse wie von selbst verbessern.

Wie ist es als Frau in der männerdominierten Gaming-Welt durchzustarten?

Man hat ab und an mit Vorurteilen zu kämpfen, aber man lernt mit der Zeit damit umzugehen. Als ich angefangen habe, war die Szene männlicher und die Community war noch viel kleiner. Durch die vielen neuen Spiele interessieren sich mittlerweile aber auch viel mehr Frauen und Menschen aus der LGBQ+-Community dafür. Ich habe das Gefühl, dass die klassischen Geschlechterrollen nun immer mehr infrage gestellt werden und es in Zukunft, so hoffe ich, keine Rolle mehr spielen wird, welchem Geschlecht man sich zugehörig fühlt.

Wie sieht der Alltag einer professionellen Gamerin aus?

Ich arbeite mittlerweile schon seit acht Jahren hauptberuflich als Gamerin und streame sechs Tage in der Woche. Vormittags überlege ich mir neuen Content, dann stehen Business-Calls, Meetings mit Sponsoren oder Interviews an. Ab 14 Uhr beginne ich mit dem Streamen und abends mache ich noch Community-Management. Am Montag habe ich frei, aber da mache ich alles was sonst noch so ansteht, wie meine Steuern zum Beispiel. Es ist also tatsächlich ein echter Fulltime-Job.

Wie viele Subscribers  hast du und wie verdienst du damit Geld?

Bei der Streaming-Plattform Twitch kann man sich Videoübertragungen anderer Spieler(innen) ansehen. Man kann seine Lieblingsspieler(innen) abonnieren und zahlt ihnen dann monatlich fünf, zehn oder 25 Euro oder man spendet ihnen mit einer „Donation“ einen individuellen Betrag. Zudem bekommen die Streamer(innen) auch von den Werbeeinnahmen etwas ab. Ich habe auf Twitch derzeit rund 400 Subscribers, die zur „Miss Rage Armee“-Community gehören. Neben Twitch verdiene ich auch durch internationale Werbekooperationen mein Geld.

Wo siehst du dich in Zukunft und welchen Rat würdest du jungen Gamer(inne)n geben?

Wenn ich selbst nicht mehr streamen kann, möchte ich meine Erfahrung mit der nächsten Generation teilen und als Coach oder Managerin tätig sein. Gamern, die bei Twitch durchstarten möchten, rate ich, realistisch zu bleiben und nicht gleich vom großen Ruhm und Reichtum zu träumen. Außerdem sollte niemals die Schule darunter leiden. Den Gaming-begeisterten Mädels rate ich selbstbewusst zu bleiben und sich auch online mit den richtigen Leuten abzugeben.

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