Fußgängerin überfallen: OLG erhöht die Strafen

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch legte gegen die ihrer Ansicht nach zu milden Ersturteile mit Erfolg Strafberufungen ein.
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch legte gegen die ihrer Ansicht nach zu milden Ersturteile mit Erfolg Strafberufungen ein. ©Symbolbild/Bilderbox
Nächtlicher Raubüberfall mit Messer: Zu verbüßende Haftstrafen für zwei junge Räuber wurden auf sieben und acht Monate angehoben.

„Schämen Sie sich!“, sagte Erstrichter Richard Gschwenter bei seiner Urteilsbegründung zu den beiden jungen Räubern. Der bewaffnete Raubüberfall auf der Straße auf eine Fußgängerin ist für den Vorsitzenden des Feldkircher Schöffensenats so ziemlich das Schäbigste, was ich je erlebt habe“.

Bei ihrer Herbergssuche mitten in der Nacht wurde die 61-jährige Frau am 11. April 2014 in Hard Opfer eines schweren Raubes mit einem Messer. Die Harderin war von ihrem Lebensgefährten dazu gezwungen worden, die Wohnung zu verlassen. Die Fußgängerin war auf der Suche nach einer Unterkunft in einer Pension und wurde dabei gegen 3 Uhr ausgeraubt.

Dafür wurden die beiden geständigen Angeklagten am 23. Dezember 2014 am Landesgericht Feldkirch von einem Schöffensenat in erster Instanz jeweils zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon betrug der unbedingte Teil jeweils sechs Monate.

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch legte gegen die ihrer Ansicht nach zu milden Ersturteile mit Erfolg Strafberufungen ein. Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) hat in dieser Woche die Strafen rechtskräftig erhöht. Die Haftstrafe für den vorbestraften 16-Jährigen beläuft sich nun auf 21 Monate, davon sieben Monate unbedingt. Das teilte auf Anfrage OLG-Pressesprecher Wigbert Zimmermann mit. Mit 24 Haftmonaten, davon acht Monate unbedingt, wurde in zweiter Instanz die Sanktion für den unbescholtenen 18-Jährigen festgelegt.

Ersturteil angenommen

Im Gegensatz zur Anklagebehörde hatten die von Andreas Germann und Michael Barnay verteidigten Angeklagten in Feldkirch das milde Ersturteil angenommen. Für den jugendlichen Erstangeklagten beträgt der Strafrahmen für den schweren Raub bis zu siebeneinhalb Jahre Haft, für den 18-jährigen jungen Erwachsenen ein bis 15 Jahre. Die Strafdrohung für Erwachsene ab 21 Jahren macht fünf bis 15 Jahre Gefängnis aus.

Sachbeschädigung

Schuldig gesprochen wurde der arbeitslose 16-Jährige, der nach einer Raub-Vorstrafe mit einer Zusatzstrafe davonkam, auch wegen schwerer Sachbeschädigung: Der aggressive Arbeitslose hatte am 28. April 2014 in Hard bei einem leerstehenden Geschäftslokal eine Glasscheibe im Wert von 3400 Euro eingeschlagen.

Beim Raubüberfall war er 15 Jahre alt gewesen. Er entriss der Frau die Handtasche mit zwei Handys. Der unbescholtene 18-Jährige zog ein Klappmesser und nahm dem Opfer die Reisetasche ab. Als Tatmotiv nannten die beiden Angeklagten Langeweile.

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