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Fußball ist längst nicht mehr Männersache

Ab Sommer 2012 kickt Zeljka Sipura für die Spielgemeinschaft SC Austria Lustenau/FC Lustenau.
Ab Sommer 2012 kickt Zeljka Sipura für die Spielgemeinschaft SC Austria Lustenau/FC Lustenau. ©Metzler
Fußball ist längst nicht mehr Männersache

Vereine im Fokus: Damenfußball-Spielgemeinschaft FC Lustenau 07 / SC Austria Lustenau

 

Künftig schießen die FC-Damen auch im Namen des SC Austria das runde Leder ins Tor.

Lustenau. Sie haben das geschafft, was für Lustenauer Fußballfans eigentlich kaum vorstellbar ist – FC-Fans feuern gemeinsam mit Austria-Fans die gleiche Mannschaft an. Hinter diesem scheinbar unmöglichen Gedanken, steckt natürlich Frauenpower – die neue Damenfußballmannschaft und seit kurzem Spielergemeinschaft des FC und des SC Austria Lustenau. Gemeinsam gehen die Blauen und die Grünen nun auf Tor- und Titeljagd. „Es liegt so viel Potential, Talent und vor allem Begeisterung für den Sport in dieser Mannschaft. Fußball ist längst nicht mehr nur Männersache“, erklärt Erfolgscoach Manfred Metzler stolz. Der Dornbirner trainiert die Lustenauer Damen seit knapp fünf Jahren mit viel Engagement und nun werden aus seinen FC-Damen eben auch noch „Austrianerinnen“, was für ihn absolut kein Problem darstellt. Die sportliche und vor allem erfolgreiche Zukunft steht im Vordergrund und diese ist mit dem Zusammenschluss gesichert. Die Damenmannschaft des FC Lustenau wurde zum 100-jährigen Vereinsbestand des Vereines gegründet. Dass dieses Team damals in Lustenau seine Heimat fand, war auch der Befürwortung von Eric Orie (damaliger Trainer des FC Lustenau Herren BL-Teams) zu verdanken und damit startete sogleich auch die Erfolgsgeschichte der Frauen am Ball. Zum 100. Geburtstag durfte man dem Vorstand sozusagen gleich den Meistertitel in der Vorarlbergliga schenken. Ab Sommer 2012 wurde den Damen vom Vereinsvorstand jedoch kein Platz mehr zugesagt. „Auf der Suche nach einem neuen Verein, der die sehr erfolgreiche Damen Bundesligamannschaft aufnimmt,  wurden Gespräche mit verschiedenen Vereinen geführt. Schließlich wurden sich die Präsidenten des SC Austria und des FC Lustenau einig – fortan gibt es eine Spielgemeinschaft der Damen, um weiterhin erfolgreich in der Bundesliga vertreten sein zu können. Der Kader besteht im Moment aus 25 Spielerinnen und natürlich nicht zu vergessen ihrem beherzten Trainer, der ebenfalls wesentlichen Anteil am Erfolg hat. Und wie kam dieser eigentlich zu den Fußballfrauen?  „Eine etwas kuriose Geschichte“, erinnert sich Metzler. Eine kleine Nebentätigkeit als Weihnachtsmann brachte ihn ausgerechnet zu den weiblichen Kickern. „Ich war als Nikolaus bei SW Bregenz engagiert und habe mich etwas über das Damenteam lustig gemacht. Kurzerhand wurde ich aufgefordert eben mal ein Training mit Frauen durchzuführen“, schmunzelt er. Der Rest ist Geschichte. Seit 18 Jahren agiert Metzler nun als Frauenfußballtrainer und das nach wie vor mit großem Engagement und voller Überzeugung. Dass Frauen sehr wohl ebenso geschickt mit dem Ball umgehen können, ist für ihn längst klar geworden. „Leider sieht es mit dem Nachwuchs nicht so rosig aus. Traurig finde ich, dass viele Vereine und Trainer ihren Talenten mit den verschiedensten Argumenten den Weg in eine höhere Liga ausreden. In Vorarlberg gibt es aber genügend Talente“, hält er fest. Bester Beweis sind seine Erfolgsdamen – ein Haufen motivierter Sportlerinnen, deren Fußballherz künftig im grün-blauen Einklang schlägt.

Kontakt:

Manfred Metzler, Damenfußball-Spielgemeinschaft FC Lustenau 07 / SC Austria Lustenau,

Tel.  0699/19034449

 

Daten und Fakten zum Verein:

Zurzeit trainieren die Frauen 2 Mal wöchentlich im Stadion in der Holzstraße.

Erfolge: 2 Meistertitel in der West- und Vorarlbergliga, 2 VFV Cupsiege, 1 Vizetitel im Cup, Aufstieg in die Bundesliga.

Mit 36 Jahren ist Simone Lässer-Haslwanter, Mama von 5 Kindern die Dienstälteste und nach wie vor torgefährliche Spielerin im Verein.

Die Saison 2012/2013 wird nun als Spielgemeinschaft mit dem SC Austria Lustenau bestritten.  

 

Umfrage: Wieso spielen sie mit Begeisterung Damenfußball?

Corina Pezzei, 18 Jahre, Dornbirn:

Ich spiele nun fast vier Jahre beim FC Lustenau und habe mit allen schon gute und schlechte Zeiten erlebt. Dadurch sind wir zu einem großartigen Team zusammengewachsen, das niemals aufgibt. Im Moment kann ich mir keine andere Mannschaft vorstellen, da mir jede Einzelne am Herzen liegt und es freut mich, dass der Damenfußball immer mehr an Popularität gewinnt.

 

Amina Raschid, 24 Jahre, Dornbirn:

In unserem Verein gefällt mir vor allem der starke Zusammenhalt. Außerdem unternehmen wir auch abseits vom Platz gerne was miteinander. Mich freut es, dass mittlerweile schon so viele Teams in Vorarlberg den Damenfußball vertreten. Die Qualität der Spiele wird auch immer besser.

 

 

Zeljka Sipura, 21 Jahre, Dornbirn:

Ich spiele seit fast fünf Jahren beim FC Lustenau und bin stolz darauf, dass ich in dieser Mannschaft sein darf. Der Zusammenhalt auf und abseits des Platzes steht an erster Stelle und das macht unseren Erfolg aus. Es ist schön mit anzusehen, wie der Damenfußball in Vorarlberg zunehmend an Bedeutung gewinnt und ich bin stolz darauf, meinen Teil dazu beitragen zu dürfen.

 

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