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Für eine Kultur des Lebens

Am 29. Jänner soll das Plenum der Parlamentarischen Versammlung des Europarates einen Bericht des Sozial- und Gesundheitsausschusses zum Thema Sterbehilfe behandeln.

1999 hatte der Europarat Euthanasie eindeutig abgelehnt. Familienbischof Klaus Küng stellte in Hinblick auf die kommende Diskussion Ende Jänner fest, dass der Europarat zwar keine Gesetze beschließen, sondern nur “Empfehlungen” aussprechen könne. Die Erfahrung zeige aber, dass diese “Empfehlungen” langfristig von großer Bedeutung seien. “Es wäre schlimm”, so Bischof Küng, “wenn nun von Strassburg plötzlich – im Gegensatz zu der 1999 ausgesprochenen “Empfehlung” – ein Signal in Richtung Legalisierung der Euthanasie käme”. Man sehe die Auswirkungen einer solchen Liberalisierung der Gesetzgebung an den Beispielen Belgien und Holland. Die alten und kranken Menschen geraten unter Druck. Bei nicht wenigen kommt es zur Anwendung der “aktiven Sterbehilfe”, ohne dass sie je zuvor den Wunsch nach vorzeitiger Beendigung des Lebens geäußert hätten.

Man müsse bedenken, so Bischof Küng, dass die Äußerung des Wunsches, sterben zu können, oft einfach ein Ausdruck von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, nicht selten sogar eine Art Hilfeschrei sei. Vor allem entspringe er der Angst vor Leid und Todeskampf, oft auch einem Bedürfnis nach Zuspruch und menschlicher Wärme.

Wörtlich sagte Küng: “In der heute gängigen gesellschaftlichen Atmosphäre, in der alles auf Wohlstand und Erlebnis ausgerichtet ist, wächst die Angst vor Einsamkeit und vor allem, was Leiden bedeutet. Die humane Antwort auf die Bedrängnis schwerer Krankheit und Todesangst ist Zuwendung, auch Schmerzlinderung und Beruhigung. Gerade die Palliativmedizin hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte erzielt. Angesichts des nahen Todes scheint mir aber das Wichtigste die Perspektive der Hoffnung, die uns der christliche Glaube eröffnet. Jedenfalls heißt der richtige Weg Hospizbewegung, menschliche Zuwendung, vor allem durch die Angehörigen, Seelsorge und Palliativmedizin.” Der Bischof fügte hinzu, er sei über den politischen Konsens in Österreich, die Hospizbewegung und die Palliativmedizin zu fördern, sehr froh und er hoffe, dass dieser Konsens aufrecht bleibe. Jetzt müsse man aber sehr wachsam in Bezug auf die Entwicklung in Europa sein.

Im Übrigen beziehe auch das “Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen Österreichs” unter dem Titel “Verantwortung für das Leben” (S. 42) klar Stellung. “Menschliches Leben braucht Achtung, Geborgenheit und Fürsorge vom Beginn bis zu seinem Ende”, heißt es darin.

Der Bischof sagte schließlich, man solle nicht verschweigen, dass der wirtschaftliche Faktor eine nicht unbedeutende Rolle spiele. “Es wäre absurd, wenn ausgerechnet das reiche Europa aus ökonomischen Gründen zu einem Spitzenreiter der Euthanasiebewegung würde”, stellte der Familienbischof fest. Es sei aber sicher wichtig, durch Förderung und Stützung der Pflege in den Familien sowie durch Maßhalten in den Auflagen gesetzlicher Pflegebestimmungen nach Wegen zu suchen, welche die finanziellen Unkosten nicht ins Unermessliche treiben. Auch ein falscher medizinischer Übereifer müsse vermieden werden. Er bewirke manchmal nur eine unnötige Leidensverlängerung. Auch vom ethischen Standpunkt aus sei niemand verpflichtet, alle heute zur Verfügung stehenden außerordentlichen therapeutischen Möglichkeiten auszuschöpfen. “Der Mensch hat auch das Recht, in Würde zu sterben, wenn seine Stunde gekommen ist. Denn unser Leben hier auf Erden ist begrenzt.”

Bischof Küng bittet daher im Namen aller katholischen Bischöfe Österreichs die österreichischen Vertreter im Europarat, klare, ethisch fundierte Standpunkte in Bezug auf die Grundrechte der Menschen zu vertreten, um für eine hoffnungsvolle, christlich orientierte Zukunft, eine “Kultur des Lebens” (Papst Johannes Paul II) einzutreten.

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