Fürs Klima: emissionsfreie Busse

Seit August 2021 müssen laut EU-Richtlinie Mindestziele bei der Beschaffung und dem Einsatz von Straßenfahrzeugen eingehalten werden. Es ist ein weiterer Schritt, die nationalen Klimaziele zu erreichen und den Verkehr neu auszurichten. Vorarlberg startet mit vier E-Bussen im Linienbetrieb in eine klimafreundlichere Zukunft.

Österreich hat sich, wie alle anderen EU-Staaten auch, zum Ziel gesetzt, saubere Mobilitätslösungen zu fördern und somit langfristig auf einen emissionsfreien Verkehr der Nutzfahrzeuge zu setzen. Dieses Bestreben hat seinen Ursprung in der europäischen „Clean-Vehicle-Richtlinie 2030“ und betrifft die Beschaffung leichter und schwerer Nutzfahrzeuge, die vor allem für die Personenbeförderung und deren Gepäck oder für die Güterbeförderung ausgelegt und gebaut sind. Das heißt, dass öffentliche Auftraggeber bei der Beschaffung von Straßenfahrzeugen betriebsbedingte Energie- und Umweltauswirkungen während der gesamten Lebensdauer berücksichtigen müssen.

Klima-Leitfaden

In Österreich bietet der klimaaktiv mobil Leitfaden eine Übersicht über die am Markt bereits verfügbaren Elektro- und Wasserstoffbusse und soll damit als Entscheidungshilfe für die öffentliche Beschaffung dienen. Insgesamt fahren seit Ende 2020 schon 175 E-Busse auf Österreichs Straßen im Linienbetrieb. Das bedeutet ein Anstieg von rund 35 % im Vergleich zu 2014. Die E-Busse haben eine Reichweite von 180 bis 300 Kilometer. Sie wandeln jeden Bremsvorgang in die Energiegewinnung für die Akkus um und bis diese wieder voll auf Kurs sind, dauert es gerade mal etwas länger als eine halbe Stunde. Elektrobusse verringern also nicht nur die CO2-Belastung für Mensch und Umwelt, sondern auch die Lärmbelästigung enorm. Außerdem produzieren sie keine Schadstoffe wie Feinstaub, Stickoxide oder Schwefeldioxid.

Vorarlbergs E-Busse

In Vorarlberg sind seit Ende Februar 2020 vier E-Busse auf den Linien zwischen Bludenz, Feldkirch und Götzis unterwegs. Sie sind 12 Meter lang, haben eine schnelle Ladezeit und fahren täglich zwischen 3.30 Uhr und Mitternacht sogar bis zu 400 Kilometer. Somit setzte das Land Vorarlberg und der Verkehrsverbund (VVG) gemeinsam mit ÖBB-Postbus den Startschuss für noch umweltfreundlichere Mobilität im Land. Die Erwartungen für den Betrieb wurden teilweise sogar übertroffen. Anfänglich war es noch unklar, wie sich die Jahreszeiten auf den Stromverbrauch der Busse auswirkt, denn im Sommer braucht es eine Klimaanlage und im Winter eine Heizung. Es zeigte sich jedoch, dass sich der Stromverbrauch in den Sommermonaten kaum änderte, weil der Motor, im Gegensatz zu den Diesel-Modellen, keine Abwärme produziert und es somit weniger Kühlleistung braucht. Im Winter hingegen ist eine Zwischenladung notwendig, um auf die übliche Reichweite zu kommen. Entscheidend sind auch die Fahrweise und das Verkehrsaufkommen. Bei besonders sparsamer Fahrweise sind zu Schicht-Ende ein paar Prozent mehr an Restladung übrig – dafür werden die Lenker(innen) entsprechend geschult. Ein weiterer Vorteil der E-Busse ist die Stille im Bus, man kann nur noch das Abrollgeräusch der Reifen hören – bei den Diesel-Modellen hingegen sind das Motor-brummen im Heck laut zu hören und die Vibration deutlich zu spüren. Wie ÖBB-Postbus bekannt gibt, sollen im kommenden Jahr in Vorarlberg eventuell drei weitere E-Busse angeschafft werden. Jedoch sind die Lieferzeiten momentan sehr lange. Wichtig ist dem Verkehrsverbund Vorarlberg, dass der E-Bus aufgrund der hohen Fixkosten so viele Kilometer wie möglich macht. Alternativ wird die Option eines Wasserstoffbusses geprüft.

E-Busse in Vorarlberg

  • Marke: IVECO
  • Type: Heuliez GX 337 ELEC
  • Höhe: 3,4 Meter
  • Leistung: Permanent: 120 kW, 1016 Newtonmeter
  • Batteriekapazität: 343 kWh, 6 Batteriepakete (4 am Dach, 2 im Heckbereich)
  • Reichweite: ca. 290 km
  • Kapazität: 33 Sitz- und 44 Stehplätze
  • Eigengewicht: 13.910 kg
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