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Für Raucher wird's noch enger

Schwarzach - Tabakgesetz: Für Wirte tickt die Uhr. Ein Streifzug durch die heimische Gastronomie.
Novelle Tabakgesetz

Die kom­plexe Novelle zum Tabakgesetz mit seinen Ausnahmeregelungen und Übergangsbestimmungen nimmt auch die heimischen Gastronomen bald in die Pflicht. Bis 1. Juli dieses Jahres müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen umgesetzt, der Nichtraucherschutz gewährleistet sein. Insgesamt finden sich Gastronomen in sehr unterschiedlichen Situationen.

Sogwirkung

„Ich weiß nicht, wie das ab 1. Juli wird“, sagt Sandra Köb vom „KUB“ in Bregenz. Das „KUB“ hat eine Betriebsfläche von 60 Quadratmeter. Zehn Quadratmeter zu viel, um in die Ausnahmeregelung jener Lokale zu fallen, wo weiterhin geraucht werden darf. Köbs Hoffnung: „In unserem Lokal sind bauliche Maßnahmen nicht möglich. Also hoffe ich, dass wir weiterhin ein Raucher-Betrieb bleiben dürfen. Denn zu uns kommen nun mal hauptsächlich Raucher.“ Kurios die Situation im Theater-­Café nebenan. Dort ist der Hauptbereich im Parterre schon seit 15 Jahren Nichtraucher-Zone, geraucht werden darf aber im höher gelegenen Gastzimmer. Inhaber Rainer Troy: „Laut BH-Interpretation müsste ich die beiden Räume durch eine Türe trennen. Aber sogar Experten behaupten, dass durch das Öffnen und Schließen der Türe eine Sogwirkung entstehen würde, welche die Gäste in der Nichtraucherzone belasten würde. Das ist nämlich jetzt nicht der Fall.“

Kompliziert

Kompliziert scheint die Situation auch im „Maurachbund“. Pächterin Conny Gasser-Balmaci schließt dort eine Zweiteilung des Gastronomiebereiches in Nichtraucher -und Raucherzone nicht aus. „Aber ich muss das mit dem Gebäudebesitzer abklären. Kommt hinzu, dass in unserem denkmalgeschützten Gebäude bauliche Veränderungen nicht so einfach möglich sind.“ Schier zum Verzweifeln bringt das Tabakgesetz Matthias Haltmayer von der Café-Bar „LeBillard“ in Hard. Noch vor Inkraftreten der Novelle am 1. Jänner des Vorjahres hatte Haltmayer für viel Geld sein großes Lokal perfekt adaptiert. Hauptraum mit den Billard-Tischen rauchfrei, für die Raucher eine nett eingerichtete Bar. „Aber trotz weiteren Investitionen in Werbung und mehreren Aktionen blieben viele Gäste aus. Bis Mitte vergangenen Jahres verbuchte ich einen Umsatzverlust von 40 Prozent.“ Was ihn dazu veranlasste, seinen Betrieb wieder ganz für Raucher zu öffnen. „Aber das geht nur noch bis Juli dieses Jahres. Was dann wird, weiß ich nicht.“ Klar ist für ihn: „Das geringste Übel wäre in meiner Situation ein generelles Rauchverbot. Vielleicht kommen dann Gäste wieder zurück. Aus Mangel an Rauchmöglichkeiten in anderen Lokalen.“

Andersrum

Dass Gastwirte auch ohne Gesetzeszwang genau gegenteilig handeln, beweist Franco Tursi von der Pizzeria „Il Bel Paese“ in Schruns. Er löste während der Wintersaison seinen Raucher-Raum kurzerhand auf. „Weil über 90 Prozent der ausländischen Gäste ohne Rauchbelästigung essen wollen, und weil es mir zu kompliziert wurde, Bestellungen für Raucher- und Nichtraucher unter Einhaltung genauer Uhrzeiten entgegenzunehmen.“ Stichwort Tourismusgebiete im Winter. In den Skigebieten haben fast alle großen Restaurants die Raucher verbannt. Wer sich einen Glimmstängel hineinziehen will, muss das draußen in der Kälte tun.

“Wir sind Vorzugsschüler”

 Die Evaluierung des Tabakgesetzes, dessen Übergangsbestimmungen am 1. Juli enden, läuft österreichweit. „In Vorarlberg waren es 700 Betriebe, welche diese Ausnahmeregelung prinzipiell in Anspruch nehmen konnten. Zirka zwei Drittel davon haben um Übergangsfristen zwecks baulicher Veränderungen zur gesetzeskonformen Trennung von Raucher- und Nichtraucherräumen angesucht. Einige haben allerdings wieder einen Rückzieher gemacht“, berichtet der Vorarlberger Wirte-Vertreter Andrew Nussbaumer. Verlangt würden von den Bezirkshauptmannschaften nun konkrete Umbaupläne, so Nussbaumer. In Vorarlberg sei man österreichweit Vorzugsschüler. „Viele Wirte machen, was sie machen müssen. Das ist auch gut so. Denn je schlechter das Ergebnis der Evaluation ausfällt, desto eher wäre als Konsequenz daraus mit einem noch schärferen Tabakgesetz zu rechnen“, glaubt Nussbaumer.

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