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Fünf unter einem Dach

2015 zog die Spenglerei Entner vom alten Wohn- und Geschäftshaus ins Betriebsgebiet. Das eröffnete Spielräume, die klug genutzt wurden.
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Drei Generationen der Familie Entner und zwei Mietparteien füllen das generalsanierte Wohnhaus mit Leben, wo sich zuvor noch Material und Gerätschaften gestapelt und Kunden, Lieferanten und Besucher die Klinke in die Hand gegeben haben. In erstaunlich kurzer Zeit wurde die Gelegenheit genutzt, ein typisches Betriebs- und Wohngebäude zu einem reinen Wohnhaus umzubauen. Susanne Entner, Vertreterin der mittleren Generation, hat den Prozess federführend gestaltet und vorangetrieben.

Die Möglichkeit, das langjährige Betriebs- und Wohngebäude neu zu bespielen, ergab sich nicht zufällig. Wie kam es nach 50 ­Jahren dazu?

Im gleichen Haus zu leben und zu arbeiten, hat viele Vorteile. Es gibt keinen Arbeitsweg, die Kosten sind geringer und die Kinder wachsen quasi im Betrieb auf, was vor allem für mich in meiner Doppelrolle als Mama kleiner Kinder und Unternehmerin praktisch war. Mit der Zeit sind aber immer mehr Fragen aufgetaucht.

Werden unsere Kinder das Unternehmen überhaupt weiterführen? Möchten wir im Alter in einem Geschäftshaus mit dem ganzen Trubel leben? Wie schaffen wir zusätzlich benötigten Wohnraum für die Familie? Und Platz für das wachsende Unternehmen? Der war eigentlich schon lange ein Problem. Wir haben zeitweise die Sauna im Keller zum Büro umfunktioniert. Und Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Großeltern, Freunde und Bekannte teilten sich einen Eingang zu allen Tages- und Nachtzeiten. Gleichzeitig mit den Gedanken an ein neues Betriebsgebäude begannen auch die Gedanken an eine Überarbeitung des Hauses in seiner bisherigen Form zu reifen.

Wie kann man sich einen erfolgreichen Prozess vorstellen, an dessen Ende zwei neue Gebäude und drei fremde Mitbewohner stehen?

Wir haben ganz banal angefangen, die Vor- und Nachteile aufzulisten, die ein Umzug der Firma mit sich bringen würde. Wir haben darüber gesprochen, wie es den Großeltern dabei geht, weil sie ja das Haus und die Firma aufgebaut haben. Wir haben darüber geredet, wer dazu bereit ist, die Kosten, die Arbeit und das Risiko mitzutragen.

Denn klar war, dass ein so großes Projekt die Beteiligung aller erfordern würde. Wir haben auch darüber geredet, wie wir den zusätzlichen Wohnraum sinnvoll nutzen können – und wie die Familie damit umgeht, wenn plötzlich Mieter im Haus sind. Und nicht zuletzt auch darüber, wie wir mit dem Scheitern umgehen.

Das klingt nach vielen Fragen und einem langen Prozess. Wer hat sich denn darum gekümmert?

Der Entscheidungsprozess hat etwa ein Jahr gedauert. In dieser Zeit habe ich den Prozess am Laufen gehalten und dazu beigetragen, dass die Fragen aufgeworfen und diskutiert wurden. Das war nicht immer einfach im laufenden Betrieb. Aber meine Mission war: Raus aus dem Hamsterrad und ab über den Tellerrand! Ich wollte das Thema einfach klären – unabhängig vom Ergebnis. Und weil der Prozess immer ergebnisoffen war, hat sich die Familie auch immer wieder Zeit und Energie für die Diskussionen genommen.

Gab es einen Schlüsselmoment, in dem Sie gedacht haben: Jetzt passiert es gleich?

Es gab auf alle Fälle eine Zeit, in der die Zweifel abgenommen haben und die Freude am gemeinsamen Projekt bei allen Beteiligten deutlich angestiegen ist. Da wurde spürbar, dass wir in diese Entscheidung hineinwachsen.

Worauf haben Sie sich denn geeinigt?

Wir haben das Haus thermisch saniert, die ehemaligen Werkstätten und Büros in Wohnraum umfunktioniert und die über die Jahre fast organisch gewachsenen Zubauten wie Lager oder Arbeitsplätze bereinigt. Im Haus leben jetzt drei Generationen in jeweils bedarfsgerechten Wohnungen. Die Großeltern beispielsweise barrierefrei im Erdgeschoß. Da liegt auch die Wohnung der Enkelkinder, die dann irgendwann für die vierte Generation einen unmittelbaren Zugang zum Garten haben. Der erfreut sich jetzt auch einer völlig neuen Qualität, die wir gemeinsam nutzen. Im Zuge des Umbaus sind zwei Mietwohnungen entstanden, deren Bewohner sich harmonisch ins Gesamte einfügen. Im Haus gibt es jetzt unterschiedliche Wohnungen für jede denkbare Lebenslage. Es könnte nicht besser sein!

Daten und Fakten

  • 1967 als Wohn- und Geschäftshaus errichtet
  • 1986 um ein zweites Wohngeschoß erweitert
  • 2016 zum reinen Wohnhaus saniert
  • 5 Wohnungen auf drei Stockwerken mit insgesamt 600 m² Wohnfläche, davon drei von der Familie bewohnt, zwei vermietet. Die größeren Wohnungen sind weiter teilbar.

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