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Fünf Seelen

„Unsagbar, hart und schwer traf uns nach monatelangem Hoffen und Bangen die unfassbare Nachricht, dass unser einziger, lieber, herzensguter, braver Sohn, Bruder und Pate Uffz. Franz D..., Träger des EK I und II, Infanterie-Sturmabzeichen in Silber, Nahkampfspange und Verwundetenabzeichen in Silber am 7. Mai 1945 im blühenden Alter von 23 Jahren noch am Kriegsende durch einen Lungenschuss bei Gläsendorf in Schlesien den Heldentod erlitt. (…) Der Seelengottesdienst mit Kreuzsteckung findet am 28. Oktober in der Pfarrkirche Hatlerdorf statt. (... 908)“

„Statt des so heiß ersehnten Wiedersehens in der Heimat ereilte uns die unfassbare, schmerzliche Nachricht, dass unser lieber, herzensguter Sohn und Bruder Josef S……., Stabsgefreiter in einer Panzerabteilung, im blühenden Alter von 25 Jahren am 24. April 1945 in Fürstenwalde bei Berlin sein junges Leben für seine geliebte Heimat hingab. (… 909)“

„Unfassbar hart und schwer traf uns nach monatelangem Hoffen und Bangen die unfassbare Nachricht, dass mein lieber Gatte, unser herzensguter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager Uffz. Walter A………, Flugzeugführer – Jahrgang 1919 am 8. Mai noch am Kriegsende durch Abschuss den Heldentod erlitt. (…) Der Trauergottesdienst mit anschließender Kreuzsteckung findet am 1. November (Allerheiligen) in der Stadtpfarrkirche statt. (… 951)“

„Nach langen und bangen Wochen der Hoffnung auf ein frohes Wiedersehen erhielten wir nun die Nachricht, dass unser lieber Sohn, Bruder und Neffe Ka. Elmar P…., Jahrgang 1922 am 18. März 1945 in Ungarn in treuer Pflichterfüllung den Heldentod starb. Von treuen Freundeshänden in geweihte Erde gebettet, ruht unser lieber nun im kühlen Rasen des Friedhofes von Veszprém. (… 901)“  

„Der Herr über Leben und Tod rief meinen guten Sohn, unseren lieben Bruder Obergefr. Alwin F………, zu sich in die ewige Heimat. Nachdem Alwin im März 1945 verwundet worden war, kam er in ein Lazarett in Jungbunzlau, wo er am 11. Juni d. J. im Alter von vierzig Jahren starb. Seine irdische Hülle wurde auf dem dortigen Friedhof beigesetzt.  (… 907)“

Diese fünf Todesanzeigen tauchten wenige Tagen vor Allerheiligen, 75 Jahre nach Erscheinen im Jahr 1945 plötzlich vor mir auf. Ich entdeckte sie, bzw. sie mich beim Blättern in einer auf einem Flohmarkt im Wallenmahd erstandenen Sammlung alter Dornbirner Gemeindeblätter. Das ist alles. Es gibt keinen persönlichen Bezug, es scheint keinen Sinn zu geben, jedoch erwachsen vielerlei Bezüge daraus, wenn sie zugelassen werden.   

Für jene, die stets alles erklärt haben müssen, sei ein Text von Kurt Tucholsky (+ 1935) angeführt: „Wenn ich jetzt sterben müsste, würde ich sagen: Das war alles? Und: Ich habe es nicht so richtig verstanden. Und: Es war ein bisschen laut.“

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