"Frühe Hilfen" – gleiche Chancen

Über 520 Familien in instabilen Lebenssituationen konnten seit der Gründung von NETZWERK FAMILIE unterstützt werden
Über 520 Familien in instabilen Lebenssituationen konnten seit der Gründung von NETZWERK FAMILIE unterstützt werden ©Netzwerk Familie
Bregenz - Als zentraler Bestandteil des "Frühe Hilfen"-Konzepts des Landes wurde "Netzwerk Familie" vor fünf Jahren mit dem Ziel ins Leben gerufen, junge Familien in schwierigen Lebenssituationen möglichst frühzeitig zu erreichen und adäquat zu unterstützen.

Es sind „ganz normale Familien, für die die Geburt eines Kindes zur Belastungsprobe wird“, erklärt Christine Rinner vom Vorarlberger Kinderdorf, die gemeinsam mit Alexandra Wucher (aks gesundheit) “Netzwerk Familie” leitet. „Auslöser dafür kann die Geburt von Mehrlingen oder Frühchen sein, eine Erkrankung von Kindeseltern oder Kind, aber auch fehlende soziale Netze, Armut oder Jobverlust.“ Wie bei Sonja M., deren Welt nach der Geburt ihres heute vierjährigen Sohnes aus den Fugen geriet. Was alle erwarteten, wollte sich partout nicht einstellen: Mutterglück.

Hoher sozialer Druck

„Ich war in einem großen schwarzen Loch, unfähig zu handeln“, erzählt die heute zweifache Mutter. Eine aufmerksame Ärztin vermittelte Frau M. an “Netzwerk Familie”. Heute hat sie wieder alles im Griff und rät dazu, sich sofort Hilfe zu holen. „Es ist ein hoher Druck da, alle Erwartungen zu erfüllen. Man weiß, da stimmt etwas nicht, denkt aber, man kriegt alles hin.“ Neben der Vermittlung durch niedergelassene Kinderärzte, die Wochen- oder Kinderstationen der Krankenhäuser oder Kinderbetreuungs- sowie soziale Einrichtungen hat sich die Zahl der Selbstmelder laut Christine Rinner in den vergangenen zwei Jahren massiv erhöht. 2013 nahmen 30% aller Familien auf Eigeninitiative Kontakt mit “Netzwerk Familie” auf.

Gesundes Aufwachsen für alle Kinder

Über 520 Familien konnten seit der Gründung von”Netzwerk Familie” unterstützt werden. Neueste Forschungen belegen, dass die frühe Kindheit von entscheidender Bedeutung für Gesundheit und Wohlergehen während der gesamten Lebensspanne ist. Laut Kinder- und Jugendfacharzt Harald Geiger steigt mit einer Zunahme der Belastungsfaktoren in der frühen Kindheit das Risiko einer Entwicklungsstörung und lebenslangen Gesundheitsbeeinträchtigung kontinuierlich an. „Das lässt sich nicht nur für Depression, sondern auch für Herzerkrankungen, Diabetes, Adipositas oder Selbstmord nachweisen“, konstatiert Geiger. Eine möglichst flächendeckende Prävention trägt damit wesentlich zur Chancengerechtigkeit bei, was ein gesundes Aufwachsen und einen guten Start ins Leben für alle Kinder anbelangt.

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