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Frost könnte für Millionenschäden im Obstbau gesorgt haben

Obstbauer baut auf Frostschutzberegnung zum Schutz seiner Birnen
Obstbauer baut auf Frostschutzberegnung zum Schutz seiner Birnen ©APA
Die vergangenen Frostnächte haben landesweit für Schäden im Pflanzenbau gesorgt. So schlimm wie im Vorjahr sind die Schäden heuer aber vorerst nicht. Es gibt sie aber in unterschiedlichem Ausmaß in verschiedenen Regionen vor allem beim Obst. Der Ackerbau ist nicht betroffen, erläuterten Experten auf APA-Anfrage am Freitag. Wie hoch die Ausfälle sind, lässt sich vorerst noch nicht beziffern. Sie werden erst erhoben, könnten aber in die Millionen gehen.

"Schäden sind über das Bundesgebiet verstreut in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden", sagte Mario Winkler, Sprecher der Hagelversicherung. "Die Vorsorgemaßnahmen wie Räuchern und Frostberegnung haben teilweise gegriffen, Schäden gibt es aber trotzdem. Wie hoch diese sind, lässt sich vorerst aber noch nicht sagen. Es könnte in die Millionen gehen, weil wertvolle Kulturen betroffen sind." Die Schadenserhebung werde aber noch bis Mitte der kommenden Woche dauern. Schäden gebe es vor allem bei Kirschen und Marillen. Zum Teil drohten aber auch beim später blühenden Apfel Qualitätseinbußen.

"Im Ackerbau gibt es keine Probleme", sagte Andreas Pfaller, Referatsleiter Pflanzliche Erzeugnisse in der LK Österreich. Dort seien nicht wie in vergangenen Jahren Kürbisse oder Erdäpfel abgefroren, da sie meist auch erst angebaut werden. Im Ackerbau geht es eher schon wieder um eine gegebene Trockenheit. Aber auch diese habe vorerst noch keine Auswirkung und mit genügend rechtzeitigem Niederschlag sei diese gut aufholbar.

Auch bei der Landwirtschaftskammer (LK) war man am Freitag dabei, das Schadensausmaß zu eruieren. "Wir hören aus den Regionen, dass es Schäden gibt, diese sind aber noch entfernt vom vorigen Jahr", sagte Manfred Weinhappel, Leiter der Fachabteilung Pflanzenproduktion in der LK Niederösterreich. "Die Einschätzung ist, dass es keine Totalausfälle aber eben schon Schäden gibt. Die Frage ist auch noch, wie es weiter geht. Auch die kommende Nacht könnte noch leichten Frost bekommen."

Bei den Marillen "schaut es in der Wachau nicht so gut aus", sagte Weinhappel. Voriges Jahr allerdings gab es dort praktisch einen Totalausfall bei der Frucht, für die die Region besonders berühmt ist. Im Weinviertel seien wenige Marillen-Schäden bekannt. "Bei leichtem Frost kommt man gut durch mit Anti-Frostmaßnahmen, aber in der Wachau waren es teilweise minus fünf, minus sieben Grad, da wird es schwierig." Dort war die Blüte auch schon beim "abgehen" - also im Endstadium - und das mache sie anfälliger als im Anfang oder in der Vollblüte, erklärte Weinhappel.

(APA)

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