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Freund gerettet

Einen äußerst wachsamen Schutzengel hatte am Montag der 12-jährige Martin Bayer aus Dornbirn. [15.9.99]

Als er im Wald eine Schaukel bauen
wollte, verfing er sich im Seil und strangulierte sich. Sein 9-jähriger
Spielkamerad Markus Köppel entdeckte den Leblosen in letzter Sekunde und
rettete ihm das Leben.

Die gute Nachricht zuerst: Am Dienstag durfte Martin bereits das Krankenhaus verlassen. Ein paar Schürfwunden sind das Einzige, was vom tragischen Zwischenfall geblieben ist. Und dabei hätte es viel Schlimmer kommen können.

“Nach dem Mittagessen ging ich zufällig mit Marco Antonio, meinem Onkel aus Brasilien, in den Wald. Ich wollte ihm unsere Baumhütte zeigen. Sie ist nur fünf Minuten von zu Hause entfernt”, erinnert sich der 9-jährige Markus an das schockierende Erlebnis.

“Neben der Hütte hing Martin, mit einem Strick um den Hals”, berichtet er weiter. Die Beiden reagierten schnell: Marco hob den am Seil hängenden Buben in die Höhe und Markus fuhr mit seinem Fahrrad sofort los, um Hilfe zu holen.

Und die kam schneller als gedacht. Onkel und Oma konnten mit vereinten Kräften den Jungen blitzschnell aus der Todesfalle befreien und reanimieren. Vater Günter brachte den Verletzten dann ins Krankenhaus.

“Ich wollte ja nur für meinen kleinen Cousin und mich eine Schaukel bauen”, schildert der etwas verunsicherte Martin. Dazu kletterte er auf den Baum und befestigte ein Stück Holz an dem Strick. Das warf er dann über den Ast.

Das Seil verhängte sich und Martin sprang vom Baum, um es in Ordnung zu bringen. Dabei verfing er sich im Seil – es umschlang zuerst seinen
Oberkörper, dann seinen Hals.

“Zuvor war ich schon einige Jahre nicht mehr in dem Waldstück. Und wäre Marco nicht zufällig hier gewesen, hätte ich ihn nie aus dem Seil befreien können.” Auch Markus kann das Erlebte noch kaum begreifen. “Wären wir nur eine halbe Minute später in den Wald gekommen, dann wäre Martin jetzt tot.”

Von Gerda Zimmermann

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(Bild: VN)

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