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Freitag der 13te: 15 Prozent mehr Unfälle

Freitag, der 13.: „Nicht daran denken" oder „am besten erst gar nicht aufstehen" - die Strategien zur Bewältigung eines solchen Tages sind vielfältig.

Der Grund für den Glauben, dass einzelne Tage bedrohlicher wirkten als andere, liege wohl bei dem Phänomen der „verworfenen Tage”, sagte die deutsche Volkskundlerin Christiane Cantauw. „Dies waren Tage, die besonders viel Unglück bringen sollten.”

Früher Tag zum Heiraten

„Die 13 überschreitet das geschlossene Zwölfersystem und ist als Primzahl nur durch eins und sich selbst teilbar, schon dadurch kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Deshalb wird ihr eine überschreitende Kraft nachgesagt, die durchaus nicht immer negativ sein muss”, sagte Cantauw, Volkskundlerin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster. So gelte die 13 in der jüdischen Tradition als Glückszahl und als Symbol Gottes. Noch um 1930 wurde der Freitag auch in Norddeutschland als Glückstag angesehen, der sich zum Heiraten eignete. „In der Mitte und im Süden Deutschlands glaubte man hingegen eher an die Unglück verheißende Wirkung dieses Wochentags.”

Statistik: Mehr Unfälle

Falle ein Freitag auf den 13. passierten statistisch gesehen etwa 15 Prozent mehr Unfälle als an anderen Freitagen. Die Psychologie mache dafür den festen Glauben vieler Zeitgenossen an Glück oder Unglück verantwortlich. 1970 steigerte sich die Angst vor Freitag, dem 13., fast zu einer Hysterie: Die später verunglückte Raumfähre Apollo 13 war ausgerechnet an dem bewussten Tag gestartet. Außerdem enthielten angeblich fast alle Daten, Namens- und Zeitangaben bei dieser Mission die Zahl 13 direkt oder als Quersumme.

Kriegsfrei

Auch Napoleon und Bismarck sollen an die Unglück verheißende Wirkung des Freitags geglaubt haben: Napoleon habe keine Schlacht an einem Freitag geschlagen und Bismarck an diesem Tag keinen Vertrag geschlossen.

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