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Freispruch im Lawinen-Prozess

Ende Jänner ging in Gargellen unterhalb des Spielmannskopfes im freien Gelände eine Lawine ab. Verschüttet wurde eine deutsche Snowboardergruppe, für einen 25-jährigen Informatiker kam jede Hilfe zu spät.

Verdächtigt, die tödliche Lawine ausgelöst zu haben, wurde ein 25-jähriger, norwegischer Student. Zu Unrecht wie sich nun herausstellte. Richter Norbert Melter sprach den Mann vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei.

An jenem Samstagnachmittag herrschte Lawinenwarnstufe vier. Dennoch fuhren zahlreiche Wintersportler abseits der gesichterten Pisten. “Der Hang war so zerspurt, da waren schon den ganzen Tag Leute gefahren”, erzählt der junge Mann. Der geübte Telemarkfahrer wagte sich somit auf den Steilhang. “Plötzlich sah ich etwa 20 Meter von mir schräg oben den Schnee abreißen”, erinnert sich der Norweger. Schifahrer oder Snowboarder waren zu diesem Zeitpunkt für ihn nicht sichtbar. Während von oben die 700 Meter breiten Schneemassen ins Tal donnerten, rastete gerade eine fünfköpfige Snowboardergruppe im Lawinenstrich.

Während zwei nur oberflächlich verschüttet wurden, hatten drei weniger Glück. Zwei von ihnen kamen dennoch relativ glimpflich davon. Der dritte Boarder konnte nicht mehr rechtzeitig geortet werden. Er bezahlte seinen Leichtsinn mit dem Leben. “Ich bin froh, dass ich freigesprochen wurde”, zeigt sich der junge Norweger sichtlich erleichtert. Er fühlte sich nie schuldig, die Todeslawine ausgelöst zu haben, hatte aber ein mulmiges Gefühl, wie das Gericht urteilen würde. “Es kann nicht geklärt werden, ob der Angeklagte für diesen Lawinenabgang verantwortlich ist”, schließt Norbert Melter das Verfahren.

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