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Freiheit auch für Räuber

Die beiden Räuber stritten die Tat bis zuletzt ab.
Die beiden Räuber stritten die Tat bis zuletzt ab. ©VOL.AT/Hartinger
Wegen schweren Raubes wurden zwei Männer am Landesgericht zu siebeneinhalb und acht Jahren Haft verurteilt. Bis das Urteil rechtskräftig ist, bleiben die Verurteilten auf freiem Fuß. Laut Staatsanwaltschaft liegen keine Haftgründe vor. Opfer haben in solchen Fällen kein eigenes Antragsrecht.


Ende September wurden zwei Burschen im Alter von 28 und 29 Jahren am Landesgericht Feldkirch wegen schweren Raubes zu siebeneinhalb und acht Jahren unbedingter Haft verurteilt. Der Grund: Sie hatten einen Kollegen, der eine Cannabis-Indoor-Plantage betrieb, überfallen, ihm die Pistole an den Kopf gehalten und ihm „Gras“ im Wert von 4000 Euro gestohlen. Beide Männer sind vorbestraft, haben keinen Job und sind türkische Staatsbürger. Dennoch liegen für die Verhängung von Untersuchungshaft keine Gründe vor. Weil die Tat insbesondere drei Jahre zurück liegt, gibt es offenbar weder Flucht-, noch Verdunkelungs-, noch Tatbegehungsgefahr.

Mulmiges Gefühl

Die beiden Räuber stritten die Tat bis zuletzt ab. „Wir haben diesen Raub nicht begangen, das muss eine Verwechslung sein“, so ihre Überzeugung. Für das Opfer, welches die Männer eindeutig identifizieren konnte, kein gutes Gefühl. Die Männer wissen, wem sie diese lange Haftstrafe zu verdanken haben. Die Verurteilten bekämpfen die Entscheidung, somit wird es mindestens ein halbes Jahr dauern, bis fix ist, ob sie in Haft müssen. „Opfer haben kein eigenes Antragsrecht. Nur die Staatsanwaltschaft kann die Verhängung oder Fortsetzung der U-Haft beantragen“, so Opferanwältin Astrid Nagel. Keine leichte Situation für Belastungszeugen.

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