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Freiflächen für Hochwasserrückhalt sichern

Bregenz - Vorarlberg will nach dem Hochwasser vom August 2005 Freiflächen für den Gewässerausbau und den Hochwasserrückhalt widmungsmäßig sichern. In den kommenden acht bis zehn Jahren werden in Vorarlberg laut Egger zwischen 160 und 180 Mio. Euro in den Schutzwasserbau investiert.

Das gaben Wasserbau-Landesrat Dieter Egger (F) und Raumplanungs-Landesrat Manfred Rein (V) am Montag bei einer Pressekonferenz bekannt.

Als Schutzziel im Wasserbau gilt das 100-jährliche Hochwasser, abgekürzt HQ 100. Bei darüber hinaus gehenden Extremereignissen, dem sogenannten Überlastfall, sei auch mit der Gefährdung von Siedlungsbereichen zu rechnen. In diesen Gebieten nimmt das Schadenspotenzial durch die laufende Bauentwicklung laut Egger um jährlich zwei Prozent zu. Zukünftig soll Gewässern mehr Raum eingeräumt werden, vorhandene Freiflächen sollen verstärkt als Hochwasserrückhalt bereitgestellt werden. Diese Areale sollen raumplanerisch als “Blaue Zonen” gesichert werden, erklärte Rein.

Dass es dabei zu Diskussionen mit Grundeigentümern kommen werde, sei klar, so die Landesräte. Allerdings seien die meisten Flächen jetzt schon landwirtschaftlich genutztes Grünland. Er hoffe auf “sachliche Abhandlung” mit den Grundeigentümern, so Rein. Egger erinnerte dabei an die Parzelle Göfis-Schildried (Bezirk Feldkirch), die nach dem Hochwasser 2005 abgesiedelt werden musste. Man werde in den Gesprächen zudem immer den Ausgleich suchen müssen, etwa zwischen Ober- und Unterliegern. Bei der Finanzierung will der Wasserbau-Landesrat auf eine Art interkommunalen Finanzausgleich setzen, indem Wasserverbände gegründet werden.

“Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nie geben”, betonten die beiden Landesräte. Um die Risikopotenziale abschätzen zu können, arbeite die Abteilung Wasserwirtschaft bis 2012 daher Gefahrenzonenpläne für Rheintal und Walgau aus. Die Schutzziele dieser Pläne sollen auch im Baugesetz und im Raumplanungsgesetz verankert werden. Konkrete Projekte wurden bereits an der Ill im Bereich Frastanz (Bezirk Feldkirch), ebenso an der Nafla und am Ehbach in Rankweil (Bezirk Feldkirch) und Feldkirch umgesetzt. Weitere Projekte sollen an der Dornbirnerach, am Rheintalbinnenkanal und an der Ill folgen. Zugleich sollen dabei auch das Naherholungsbedürfnis der Bevölkerung und die Gewässerökologie berücksichtigt werden.

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