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Frauenbericht: SPÖ will Umdenken bei Rollenbild

Bregenz - Der aktuelle Frauensi­tua­tions­bericht habe einmal mehr bestätigt, dass es nach wie vor einen großen Aufholbedarf in Vorarlberg gebe. Ein Vergleich der Vollzeiterwerbstätigkeit von Männern und Frauen zeige durchschnittliche Einkommensunterschiede von bis zu 33 Prozent, sagt SPÖ-Frauensprecherin Mirjam Jäger-Fischer.
Dringender Handlungsbedarf bei Einkommen
Frauenbericht: Spiß fordert Maßnahmen
Stellung der Frauen weiter verbessern

Obwohl immer mehr junge Frauen sehr gut ausgebildet seien (58 Prozent Maturantinnen und 54 Prozent Uniabsolventinnen), würden es noch immer vergleichsweise wenige schaffen, sich im Beruf voll zu etablieren und den Männern gleichgestellt zu werden. Nach wie vor gebe es beispielsweise zu wenige Frauen in leitenden Positionen. In den letzten acht Jahren ist deren Anteil beispielsweise in der Verwaltung im Land Vorarlberg von nur einem Prozent auf zwei Prozent angestiegen. „Als positive Beispiele können hier etwa Volksanwältin Gabriele Strele, Landtagspräsidentin Bernadette Mennel oder Landesrätin Andrea Kaufmann genannt werden, die alle erst seit 2009 im Amt sind“, sagt SPÖ-Frauenvorsitzende Olga Pircher.

Über 40 Prozent der Frauen in Vorarlberg arbeite Teilzeit, womit Vorarlberg das Negativbeispiel in Österreich sei. Vor allem nach einem beruflichen Wiedereinstieg müssten zahlreiche Frauen finanzielle Einbußen (auch bei der Pension) hinnehmen und würden zudem oftmals die Möglichkeit verlieren, höhere Positionen zu erreichen.

Frauen müssten sich aufgrund von Betreuungspflichten sehr stark anpassen, reklamiert SPÖ-Frauensprecherin Mirjam Jäger-Fischer. Als Grund dafür sieht Jäger-Fischer unter anderem die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen. Denn selbst als Teilzeitbeschäftigte ist es laut Studie und Expertin Sabine Feigl oftmals kaum möglich selbst bei 20 Wochenstunden die Tätigkeit mit den Öffnungszeiten zu vereinbaren. „Wir fordern flexiblere Öffnungszeiten, die sich an den Arbeitszeiten der Frauen orientieren. Außerdem sollte der Ausbau der Kinderbetreuung während der Ferienzeiten weiter vorangetrieben werden“, erklärt die SPÖ-Frauensprecherin.

Zur Beseitigung dieser ungerechten Situation brauche es neben einem Umdenken in Bezug auf das gegenwärtige Rollenbild ein besseres Zusammenspiel von Kinderbetreuungseinrichtungen, den Eltern und der Wirtschaft, fordern beide SPÖ-Sprecherinnen. Denn nur so könne erreicht werden, dass Frauen nicht nur frauentypische Berufe erlernen, mehr Männer in Karenz gehen und die Verteilung von unbezahlter Arbeit und bezahlter Arbeit in der Familie fairer gehandhabt werde. Aktuell würden Frauen nicht einmal die Hälfte einer durchschnittlichen Pension eines Mannes erhalten.

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