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Frauen mit Behinderungen - Anders sein als "Superkraft"

Sozialministerin Brigitte Zarfl zitierte bei Konferenz Greta Thunberg
Sozialministerin Brigitte Zarfl zitierte bei Konferenz Greta Thunberg ©APA
Frauen mit Behinderungen und ihre Herausforderungen werden kaum gesehen. Sie sind oft "Mehrfachdiskriminierungen" ausgesetzt, ihre Probleme bleiben meist unausgesprochen. Es fehlt an Bewusstsein. "Anders sein ist eine Superkraft", zitierte Sozialministerin Brigitte Zarfl Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg am Donnerstag zum Auftakt einer zweitägigen Konferenz in Wien.

Arbeitslosigkeit, Armut und Gewalt betreffen Frauen mit Behinderungen häufiger, ihre Fähigkeiten werden oft nicht gesehen. Thematisiert wird dies selten. Die vom Österreichischen Behindertenrat organisierte Veranstaltung steht Donnerstag und Freitag unter dem Motto "Frauen mit Behinderungen - Müssen wir darüber überhaupt sprechen?". "Viel und laut" müsse man sich dem Thema widmen, meinte "First Lady" Doris Schmidauer, die auf das Potenzial bei erhöhtem Armutsrisiko hinwies und nachdrücklich für eine inklusive Gesellschaft plädierte. "Es muss ein Schalter im Kopf umgelegt werden."

Frauenministerin Ines Stilling zeigte sich "erschüttert" von der Tatsache, dass Frauen mit Behinderungen ein vielfach höheres Risiko haben, schon in jungen Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden. "Mädchen mit Beeinträchtigungen erfahren zwei- bis dreimal häufiger sexuellen Missbrauch als Mädchen ohne Beeinträchtigungen." Das setze sich oft im Erwachsenenalter fort. "Diesen Kreislauf müssen wir so früh wie möglich durchbrechen." Ein zentraler Aspekt sei die spezifische Beratung und konkrete Hilfestellung, die bundesweit ausgebaut werden solle. Aktuell sei es gelungen, das Beratungsangebot für von sexueller Gewalt betroffenen Frauen auszubauen und zusätzlich in den Bundesländern Burgenland, Kärnten und Vorarlberg anzubieten. Sie sieht Fortschritte, aber: "Es gibt noch viel zu tun."

Auch Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein verwies auf den Aspekt Gewalt und Behinderung: Als frühere Staatsanwältin sei sie mit dem Phänomen vertraut, man müsse dies unbedingt thematisieren.

"Es wird viel mehr über Frauen mit Behinderungen gesprochen als mit ihnen", ergänzte Katrin Langensiepen. Die deutsche Grün-Politikern wurde im Mai als erste und bis dato einzige Frau mit einer sichtbaren Behinderung ins Europäischen Parlament gewählt. Ihr Appell: "Bildet Banden! Vernetzt euch! Geht auf die Straße!" Man brauche Vorbilder und Verbündete.

Im Fokus der Vorträge, Diskussionsrunden und Sessions mit nationalen und internationalen Fachleuten steht neben Bewusstseinsbildung und "Sichtbarmachung" auch Information und Vernetzung. Handfeste Vorschläge für eine bessere Inklusion sollen folgen.

Am Freitag steht bei der Konferenz unter anderem der Aspekt Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen im Mittelpunkt: Expertinnen informieren über Ursprünge, Auswirkungen und Strategien.

(APA)

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