Frau Sonjas Gespür für Schönes

Unternehmerin Sonja Ladstätter-Fussenegger beweist: wer seinen Job mit Leidenschaft und Herzblut macht, der ist auch richtig gut darin. Und so „möbelt“ die Powerfrau mit ihren Wohnaccessoires und Heimtextilien die Drehscheibe Dornbirn, Wien, Split erfolgreich auf.

Die kunstvollen, schwarzen Gittertüren sind noch geschlossen und trotzdem wird im „Heimweh“ in der Wiedner Hauptstraße 81 schon emsig gearbeitet: Kisten werden ausgepackt, Möbelstücke verschoben, neue Wohnaccessoires und Heimtextilien kunstvoll arrangiert. In ihrem Conceptstore stellt Sonja Ladstätter-Fussenegger eindrücklich unter Beweis, dass sie einen Sinn für handgefertigte Produkte mit zeitlosem Design hat. Auf gut 300 m2 präsentiert die gebürtige Kroatin ihre persönlich ausgesuchten Lieblingsstücke. Dabei kommt ihre Schwäche für schöne Dinge nicht von ungefähr: Sonja Ladstätter-Fussenegger war viele Jahre für das Design der Textilprodukte des Vorarlberger Traditionsunternehmens David Fussenegger verantwortlich. „2010 ging mein Mann in den Ruhestand und übergab das Unternehmen. Das war der Zeitpunkt für mich, um beruflich durchzustarten.“ Es folgte zuerst der DF-Shop im Lagerhaus Dornbirn, dann das Heimweh im 5. Wiener Gemeindebezirk.

Warum gerade in der Bundeshauptstadt? „Wir hatten eine Wohnung in Wien und ich dachte mir, warum nicht auch dort arbeiten“, so die leidenschaftliche Kunstliebhaberin. Derzeit ist ein weiterer Ableger in Split, dem Geburtsort der umtriebigen Wahl-Vorarlbergerin, geplant. Woher sie damals den Mut nahm, beruflich nochmals voll durchzustarten? „Ich war und bin überzeugt, dass es das Richtige ist und habe immer zu 100 % an den Erfolg geglaubt“, begründet Ladstätter-Fussenegger ihre Entscheidung und folgt folgender Philosophie: „Man darf nicht stehen bleiben, sondern muss sich immer weiterentwickeln.“  Kein Wunder, dass sie zum Thema Ruhestand eine klare Meinung hat: „Die Leute fragen mich immer: wann gehst du endlich in Pension? Aber die Menschen wissen nicht, wie glücklich mich meine Arbeit macht.“

Offen für Neues. Das Gespür für Schönes kommt ihr dabei zupass: „Bereits bei Fussenegger habe ich mich mit Trends beschäftigt und auf neue Strömungen konzentriert, denen eben nicht alle anderen gefolgt sind, sondern von denen ich persönlich überzeugt war.“ Noch heute bereitet sich die Unternehmerin mit akribisch ausgearbeiteten Farb- und Trendcollagen auf die neue Saison vor. „In den Läden ist wirklich nur das, was mir persönlich gefällt.“ Auf ihrer Suche nach dem Außergewöhnlichen ist Ladstätter-Fussenegger stets offen für Neues, Schönes, von Hand Geschaffenes – abseits der üblichen Massenproduktion.

Wohnen erlebbar, spürbar machen, lautet das Credo und so warten zahlreiche aufeinander abgestimmte „Schätze“ in den verschiedenen Wohnwelten darauf, entdeckt zu werden. Neben eben den Texti­lien aus dem „Ländle“ finden sich Accessoires für Küche, Wohnzimmer oder Bad, Büroartikel und nachhaltiges Spielzeug im nordischen Design sowie stylishe Einzelstücke wie etwa im Wiener Heimweh die Sitzbank der kroatischen Designerin Lea Aviani. Die entsprechende Präsentation in ihren Shops ist Ladstätter-Fussenegger besonders wichtig, denn „die Menschen wollen die Sachen spüren, verweilen und sich mit dem Personal vor Ort unterhalten. Sie kommen wieder, weil sie sich wohlfühlen und transportieren dieses Gefühl in die eigene Wohnung.“

Orte mit Seele. Die Auswahl an Einzelstücken und ausgesuchten Accessoires in ihren beiden „Halbinseln“, wie sie die Häuser in Dornbirn und Wien mit den zwei Fens­terfronten liebevoll bezeichnet, kann sich sehen lassen. „Man muss uns entdecken und wer uns einmal entdeckt hat, kommt immer wieder“, so die Vorarlbergerin, die ihre Standorte ganz bewusst ausgewählt hat, um abseits der großen Einkaufsstraßen ein entspanntes Einkaufserlebnis zu vermitteln. Und so handelt es sich bei den Stores nicht nur um „bloße Geschäfte“, sondern um „architektonisch gut gedachte Orte“, die in sich stimmig sind.

Die Entrepreneurin geht stets mit großem Respekt vor der Architektur an die Gestaltung eines Orts. Soll heißen: „Die Seele eines Gebäudes, der Charakter, muss erhalten bleiben, dann werden auch die Objekte im Inneren lebendig.“ So wurde das Lagerhaus in Dornbirn in Zusammenarbeit mit Architekt Achim Schmitz aus Düsseldorf behutsam zurückrenoviert, um die alten Elemente des früheren Kartoffelhauses wieder ans Tageslicht zu befördern.

Das Gleiche gilt für ihr neuestes Projekt: das Heimweh in Split, das Sonja Ladstätter-Fussenegger inspirierenderweise den „Bunker“ nennt: Viel Beton, acht Meter hohe Decken, stationiert gegenüber dem Bootsbau von Split. „Es ist ein grindiges Eck, mit Blick auf eine Halbinsel mit einem Dörfchen voller Leben. Es ist aber auch eine Gegend, die jeder kennt“, begründet sie die Wahl ihrer neuesten Location und fügt mit einem herzlichen Lachen hinzu: „Mich zieht es in Ecken, die grindig sind.“ Zum 10-jährigen Jubiläum des Heimwehs Wien, soll im nächsten Jahr der Bunker eröffnet werden. Urlauber, die nach Kroatien reisen, können dann dort ihre Ferienappartements mit Lieblingsstücken aus Vorarlberg einrichten.

Im magischen Dreieck. Doch mit dem Heimweh in Split sind die unternehmerischen Pläne der umtriebigen Vorarlbergerin noch lange nicht zu Ende: Auf der Insel Hvar plant Ladstätter-Fussenegger bereits weitere „touristische Geschichten“ – unter anderem den Satelliten, ein schwebendes Haus, das nicht nur durch seine außergewöhnliche Architektur beeindruckt.

Dornbirn, Wien, Split – Ladstätter-Fussenegger liebt ihr „magisches Dreieck“, wie sie ihre drei Heimaten mit Bedacht nennt, denn „jedes dieser Projekte ist anders“: Zentrale und Ausgangspunkt ist und bleibt das Lagerhaus in Dornbirn, Kroatien bezeichnet die Herkunft und zugleich die unternehmerische Vision – und Wien? Nicht nur das „Heimweh“ zieht sie in die Hauptstadt, sondern auch die Sehnsucht nach ihren Kindern: „Ich komme so gern nach Wien, weil ich dort die Konzerte von Alex und Natalia genießen kann“, erzählt sie mit einem Strahlen im Gesicht und fügt hinzu: „Ich bin reich, weil ich drei Heimaten habe: Vorarlberg, Wien, Kroatien – und dieses Glück möchte ich teilen.“

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Jetzt im Fokus 7
  • Frau Sonjas Gespür für Schönes
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.