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Frau in Sydney bei Messerattacke getötet

Erinnerungen an jüngste Terrorattacken werden wach
Erinnerungen an jüngste Terrorattacken werden wach ©APA (AFP)
Im Zentrum von Sydney hat ein Mann auf eine Frau eingestochen und Passanten auf offener Straße mit einem großen Messer verfolgt. Nachdem er von Passanten überwältigt wurde, konnte die Polizei den Verdächtigen am Dienstagnachmittag (Ortszeit) festnehmen. Kurz darauf wurde in einer nahegelegenen Wohnung die Leiche einer 21-jährigen Prostituierten gefunden, die der Mann offenbar davor getötet hatte.

Die Prostituierte sei dem 21-Jährigen persönlich bekannt gewesen, teilte die Polizei mit. Auf sie habe der 21-Jährige mehrfach "wie wild" eingestochen. Bei der zweiten Frau habe es sich um ein zufälliges Opfer gehandelt. Diese habe der Mann in einem Hotel in den Rücken gestochen. Sie sei mittlerweile in stabilem Zustand im Spital. Laut der Polizei standen die beiden Taten in einem Zusammenhang.

Ein Blutbad im Geschäftsviertel von Sydney sei nur durch das beherzte Eingreifen von Passanten verhindert worden, betonte die Polizei. Vier Männer verfolgten den Bewaffneten und fixierten ihn bis zum Eintreffen der Polizei mit Sesseln und einem Obstkorb auf dem Boden. Medienberichten zufolge hatte der Mann ein europäisches Erscheinungsbild. Der konservative australische Ministerpräsident Scott Morrison würdigte die "tapferen Taten" der Passanten, darunter drei Briten aus Manchester.

Videoaufnahmen des Mannes in der Innenstadt von Sydney weckten Erinnerungen an terroristisch motivierte Messerattacken. So war zu sehen, wie der Mann auf dem Dach eines Autos mit einem großen Messer fuchtelte und "Schießt mir in meinen verdammten Kopf" rief. Berichte, wonach der Mann "Allahu Akbar" gerufen habe, konnte die Polizei nicht bestätigen.

Der Vorfall werde "derzeit nicht als Terrorvorfall eingestuft", sagte Polizeichef Mick Fuller vor Journalisten. Man habe zwar Informationen gefunden, die darauf hindeuten, dass er mit Terrorismus verbundene Ansichten hatte. Konkret hätten sich auf einem USB-Stick Informationen zu Massenmorden in den USA und Neuseeland befunden. "Aber er hatte keine offenkundigen Verbindungen zu anderen terroristischen Organisationen." Der Mann sei ein Einzeltäter und stehe nicht auf der Terrorbeobachtungsliste. Laut der Polizei hatte der 21-Jährige eine Vorgeschichte von psychischen Erkrankungen.

"Es ist noch sehr früh, und es könnte sein, dass das zu einer ganz anderen Geschichte wird", sagte Fuller mit Blick auf die Lebensverhältnisse des mutmaßlichen Täters. Man wolle ergründen, warum jemand, der bei seinen Eltern im Westen Sydneys lebte und "sein Leben in den Griff bekommen wollte", zu solch schrecklichen Taten fähig geworden sei. So werde geprüft, ob die Tat etwas mit Drogenkonsum oder psychischen Problemen zu tun haben könnte.

Im November vergangenen Jahres war ein aus Somalia stammender Mann in der Innenstadt von Melbourne mit einem Messer auf Passanten losgegangen. Er erstach einen Cafébesitzer und verletzte zwei weitere Passanten. Dann attackierte er eintreffende Polizisten und wurde schließlich von einem der Beamten erschossen. Nach Behördenangaben berief sich der Angreifer auf die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), hatte aber keinen direkten Kontakt zu ihr.

(APA/ag.)

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