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Frankreich: Serienmörder vor Gericht

Mit mehr als einstündiger Verspätung hat am Mittwoch in Straßburg der Prozess gegen den heute 59-jährigen mutmaßlichen Mädchenmörder Pierre Bodein begonnen.

Der Angeklagte soll vor drei Jahren im Elsass zwei Mädchen und eine Frau vergewaltigt und ermordet haben. Die Mordserie sorgte in Frankreich für Entsetzen, für den auf drei Monate angesetzten Mammutprozess wurde ein spezieller Saal im Straßburger Schwurgericht eingerichtet.

Der Angeklagte ist als „Pierrot le Fou“ (Der verrückte Pierrot) bekannt, er verbrachte bereits 35 Jahre hinter Gittern oder in geschlossenen psychiatrischen Anstalten und gilt als gefährlicher Gewaltverbrecher. Seine mutmaßlichen Opfer waren die elfjährige Julie, die 14-jährige Jeanne-Marie und die 38 Jahre alte Hedwige. Sie waren im Juni 2004 bei Bourgheim in der elsässischen Weinstraße verschwunden. Ihre unbekleideten Leichen waren wenig später in einem Bach entdeckt worden. Im Wagen Bodeins fanden die Ermittler Blutspuren der Opfer. Anhand von DNA-Analysen wurde er überführt, bisher hat er die Taten aber nicht gestanden.

Die Angehörigen wirkten am Mittwoch wie im Schockzustand. „Für mich ist Bodein weder ein Mensch noch ein Tier, ein Nichts“, sagte die Mutter von Julie. Der mutmaßliche Mörder, bei dem Psychiater bereits vor dreißig Jahren Anzeichen von Schizophrenie diagnostiziert hatten, erklärte sich am Mittwoch zum Opfer einer Medienkampagne. „Seit meiner Festnahme am 29. Juni 2004 hat man mich durch den Dreck gezogen und als Serienmörder dargestellt“, sagte er. Seine Verteidigung sei unzureichend vorbereitet.

Neben Bodein sind 18 Mitglieder zweier Großfamilien angeklagt, die sich im Elsass niedergelassen haben. Sie liehen dem mutmaßlichen Mörder, der damals auf Bewährung auf freiem Fuß war, einen Wohnwagen. Drei Personen müssen sich ebenfalls wegen Entführung, Vergewaltigung und Mord vor Gericht verantworten, den anderen wird Verschleierung einer Straftat und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen.

Mit einem Urteil wird frühestens am 3. Juli gerechnet. In den ersten drei Prozesstagen wird zunächst die 300 Seiten starken Anklageschrift verlesen, anschließend werden Angehörige der Opfer und Zeugen angehört. Die Vernehmung von Bodein ist für Mitte Mai vorgesehen.

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