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"FPÖ-Vorarlberg wird zur Strache-Filiale"

Frühstück: FPÖ wird unberechenbarer.
Frühstück: FPÖ wird unberechenbarer. ©VOL.AT/Steurer
ÖVP, Grüne und SPÖ orten unisono einen Rechtsruck in der Ländle-FPÖ durch die Bestellung von Reinhard Bösch als neuen FP-Chef. VP-Klubobmann Frühstück etwa meint, dass die Vorarberger Freiheitlichen zur "Strache-Filiale" würden.
Bösch neuer Ländle-FP-Chef
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Die Personalentscheidung an der Spitze der Landes-FPÖ interpretiert VP-Klubobmann Roland Frühstück als einen deutlichen Rechtsruck innerhalb der Vorarlberger Freiheitlichen: “Das Weltbild des Reinhard Bösch ist sicherlich ein deutsch-nationales und kein liberales. Die Partei biegt mit ihm eindeutig nach Rechts ab und wird damit endgültig zur Landesfiliale des Herrn Strache”. Frühstück vermutet hinter dieser Personalentscheidung eine schleichende Entmachtung der Landes-FPÖ: “Vieles spricht für einen Durchgriff aus Wien, mit dem man geeignete jüngere Kandidaten und Kandidatinnen verhindern wollte.”

Für Klubobmann Frühstück wird die Vorarlberger FPÖ damit insgesamt deutlich unberechenbarer und die Zusammenarbeit sicherlich nicht einfacher: “Der Druck in Richtung EU-Austritt und einer grundsätzlichen Ablehnung des europäischen Gedankens wird größer. Das ist ein Generalangriff auf unsere erfolgreiche heimische Exportwirtschaft. Diese Polarisierung ist das Letzte, was unser Land jetzt braucht”, so Frühstück.

SPÖ ortet Rechtsruck in der FPÖ

Überrascht zeigt sich die SPÖ Vorarlberg über die Nominierung von Nationalrat Reinhard Bösch zum neuen Landesparteiobmann der FPÖ. “Das ist ein neuerlicher deutlicher Rechtsruck der Freiheitlichen”, gibt SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner zu bedenken. So ist Bösch Mitglied der deutschnationalen Burschenschaft “Teutonia”, die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuft wird. “Ein solcher Obmann ist ein klares Signal nach ganz rechts. Es erschwert eine konstruktive Oppositionspolitik im Land, wenn eine der Oppositionsparteien von jemandem angeführt wird, der sich politisch am äußersten rechten Rand des Verfassungsbogens bewegt.”

Grüne: “Liberales Mäntelchen wird in den Schrank gehängt”

“Mit Dr. Reinhard Bösch als neuem Landesparteiobmann trifft die FPÖ Vorarlberg eine Richtungsentscheidung”, nimmt Grünen-Sprecher Johannes Rauch zum personellen Wechsel bei den Freiheitlichen Stellung. “Das liberale Mäntelchen wird in den Schrank gehängt und ein treuer Gefolgsmann von HC Strache übernimmt das Ruder. Damit wird offenbar in der Vorarlberger Landespartei die Vorgabe aus Wien übernommen, einen stramm national-konservativen Kurs zu fahren.”

Dr. Bösch sei bundesweit bisher vor allem dadurch aufgefallen, dass er sich als aktiver Burschenschafter gegen die Errichtung von Denkmälern für die Opfer der NS-Militärjustiz ausgesprochen hat, so Rauch. Die Burschenschaft Teutonia, in der Bösch als “alter Herr” aktiv ist, gehöre zu den Hardlinern unter den schlagenden Verbindungen. Dort herrsche laut dem deutschen Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” rechtsextremes Gedankengut.

“Wir werden jedenfalls genau beobachten, ob Dr. Bösch als Landesparteiobmann der FPÖ den antieuropäischen Kurs der Strache-FPÖ im exportorientierten Vorarlberg durchsetzen wird“, so Rauch abschließend.

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