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FPÖ fordert Ausbildungsfreibetrag für Lehrlinge

Die Freiheitlichen wollen Betrieben die Lehrlingsausbildung schmackhaft machen. Analog zu einem Investitions-freibetrag soll es für Firmen einen Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 120 Prozent der Bruttosumme der in Ausbildung stehenden Lehrlinge geben.

Dies forderte am Donnerstag der Vorarlberger FPÖ-Landesparteiobmann Dieter Egger im Rahmen einer Pressekonferenz. Diese Regelung solle die bestehende Lehrlingsprämie (1.000 Euro pro Lehrling und Jahr) ersetzen.

In Vorarlberg gebe es rund 8.500 Arbeitgeberbetriebe, 2.400 davon bildeten Jugendliche als Lehrlinge aus. „Speziell die kleineren Handwerker, die sich auf Grund des wirtschaftlichen Drucks mit der Einstellung von Lehrlingen schwer tun, würden vom neuen System profitieren“, zeigte sich Egger sicher. In der Metallindustrie etwa würde sich ein Betrieb mit einem Auszubildenden im ersten Lehrjahr nach Abzug der Lehrlingsprämie rund 3.500 Euro ersparen, rechnete Egger vor. Bei einer GmbH im Metallbereich würde die eingesparte Summe immerhin noch etwas mehr als 700 Euro betragen.

Geld zur Finanzierung des FPÖ-Vorschlags ist nach Meinung von Egger genügend vorhanden. „Einerseits würden die 1.000 Euro Lehrlingsprämie wegfallen, andererseits werden viele Mittel in die Arbeitsmarktpolitik gesteckt“, so der FPÖ-Landesparteiobmann. Seiner Meinung nach müsse das Motto „Arbeit fördern statt Arbeitslosigkeit verwalten“ lauten. Allzu oft würden AMS-Gelder für diffuse Qualifizierungsprogramme verwendet, anstatt die Jugendlichen einer fundierten Berufsausbildung zuzuführen.

Eine weitere Erleichterung für die lehrlingsausbildenden Betriebe würde nach Ansicht Eggers das „Durchforsten von unnötigen Schutzbestimmungen von Lehrlingen“ bringen. Adaptierungen im Sinne der Lehrlinge als auch der Ausbildungsbetriebe seien durchzuführen. Zudem fordete Egger, eine überbetriebliche Lehrwerkstätte ins Leben zu rufen, die lehrstellenlose Jugendliche aufnimmt. Quasi als Vermittlungsagentur hätte diese Lehrwerkstätte die Aufgabe, Partner in der Wirtschaft zu finden, die diese zumindest als Praktikanten übernehmen. Finanziert werden könnte eine solche Lehrwerkstätte laut Egger aus Mitteln des AMS, verschiedensten Stiftungen und aus Erlösen durch die Bereitstellung von Lehrlingen an Unternehmen.

Aber auch schon im Vorfeld der Lehrlingsausbildung gelte es anzusetzen. Um die Qualität der Lehrstellensuchenden zu steigern, schlug Egger als Ersatz für die Polytechnische Schule ein „Berufsfindungsjahr“ vor. Ebenfalls zur besseren Ausbildung der Schüler beitragen könne eine Schwerpunktsetzung im Bereich der Hauptschule. „Für Hauptschulen soll es auch die Möglichkeit der Schaffung einer Wirtschafts- bzw. Handwerkshauptschule geben“, sagte Egger.

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