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Forschung am LKH Rankweil

Rankweil - Laut WHO wird die Depression im Jahre 2010 an erster Stelle der Volkskrankheiten stehen. 17% der Gesamtbevölkerung macht zumindest einmal eine depressive Phase mit.

Mehr als die Hälfte erlebt eine Chronifizierung der Störung. In Vorarlberg leiden jährlich bis zu 12.000 Menschen an einer Depression. 30 % davon sprechen auf die etablierten psychotherapeutischen und medikamentösen Heilverfahren nicht an. Hier gilt es Alternativen zu finden. Am LKH Rankweil erforscht die Arbeitsgruppe unter Leitung von Doz. Dr. Andreas Conca, Oberarzt am LKH Abteilung für Psychiatrie I (Vorstand: Prim. Univ. Prof. Dr. Peter. König), die therapeutische Wirkung von pulsierenden Magnetfeldern bei Depression und findet damit internationale Anerkennung.

Hirnforschung zeigt: Veränderungen im Hirn bei Depressionen

„Ergebnisse aus der Hirnforschung zeigen, wie, wo und wann das Gehirn bei Gefühlsempfindungen arbeitet“, erklärt Doz. Dr. Andreas Conca und verdeutlicht: „Bei depressiven Patienten sind Nervenzellgruppen in bestimmten Regionen, überwiegend im linken Stirnhirn, in ihrer Aktivität verlangsamt und gleichzeitig in anderen gesteigert.“ In enger Zusammenarbeit mit der Neurologie des LKH Rankweil, erforscht die Arbeitsgruppe die therapeutische Anwendungsmöglichkeit der transkraniellen Magnetstimulation (TMS). Die Rankweiler Arbeitsgruppe um Doz. Dr. Conca beschrieb als eine der ersten weltweit 1996 die antidepressive Wirksamkeit dieses Verfahrens.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS) gut verträglich

Mit Hilfe eines speziellen medizinischen Gerätes werden mit einer 8-förmiger Kupferspule pulsierende (Frequenz-)Magnetfelder mit einer bis zu 10.000-fachen Stärke (Intensität) der Erdanziehungskraft erzeugt. Somit unterscheidet sich die TMS wesentlich von der Magnetfeldtherapie. „Frequenz und Intensität können für jeden einzelnen Patienten so gewählt werden, dass die Nervenzellen in den umschriebenen Gehirnarealen vorübergehend erregt oder gebremst werden. Damit wird die Nervenzellaktivität, die im Rahmen einer Depression verändert ist, beeinflusst“, beschreibt Dr. Conca die Therapie. Die Stimulationsspule wird dabei an umschriebener Stelle am Kopf des sitzenden und wachen Patienten platziert; die Stimulation selbst erfolgt salvenartig. Die TMS ist nicht-invasiv, in der Anwendung sicher und wird vom Patienten in der Regel sehr gut vertragen. Allerdings ist diese Therapie in ihrer Anwendung personal- und zeitintensiv. Am Landeskrankenhaus Rankweil werden derzeit jährlich 8-10 ausschließlich stationäre Patienten mittels TMS behandelt. Bislang waren es insgesamt 93 depressiv erkrankte Patienten, die mit TMS behandelt wurden, gut die Hälfte von ihnen profitierte davon.

Weltweit anerkannte Methode

Die TMS wurde zwischenzeitlich weltweit als neue Behandlungsoption von Depressionen umfassend geprüft. Gerade konnte wieder im Rahmen einer großen internationalen Studie der antidepressive Effekt der TMS nachgewiesen werden und so wird mit aller Voraussicht 2007 die Gesundheitsbehörde (FDA) der USA diese Therapie als wirksame und sichere antidepressive Behandlungsform zulassen. Aber auch in der Behandlung weiterer psychiatrischer und neurologischer Störungen wird die TMS untersucht.

„ … und jede Antwort stellt uns vor weiteren Rätseln. Ein faszinierender Auftrag, den wir Ärzte und Forscher haben, nämlich in erster Linie Menschen zu begegnen, sie versuchen zu verstehen und in weiterer Folge ihnen zu helfen“, meint Univ.Doz.Dr. Conca.

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