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Fluh erhält Hackschnitzel-Anlage

Im Biomasse-Heizwerk darf nunmehr nur Holz aus einem Umkreis von 30 km verwendet werden.
Im Biomasse-Heizwerk darf nunmehr nur Holz aus einem Umkreis von 30 km verwendet werden. ©ber
Hackschnitzelanlage auf der Fluh wurde beschlossen.

BREGENZ. (fst) Das Hickhack um die Hackschnitzelheizung auf der Fluh dürfte ein Ende haben – der Bregenzer Stadtrat beschloss gegen die Stimmen der SPÖ die Realisierung der Hackschnitzelheizanlage im neuen Feuerwehrhaus Fluh. Mit dieser Anlage sollen die bereits in die Jahre gekommenen Ölheizungsanlagen im Pfarrheim, der Schule und im (stadteigenen) Gasthaus Adler ersetzt werden sowie das neue Feuerwehrhaus eine zeitgemäße Heizung erhalten.

Aus heimischen Wäldern
Die SPÖ hatte einen Passus im Vertragswerk mit der „Biomasse Heizwerk Fluh eGen.“ beantragt, der sicherstellen sollte, dass in der Anlage nur heimisches Holz verbrannt wird. Laut Peter Vögel, Ortsvorsteher der Fluh und Obmann der Genossenschaft, war immer schon beabsichtigt, ausschließlich Hackgut aus den umliegenden Wäldern aufzuarbeiten: „Alleine aus dem Stadtforst, der 170 Hektar umfasst, werden jährlich 780 Schüttraummeter gewonnen – dazu kommen noch 400 Hek­tar privater Waldbesitz im Stadtgebiet von Bregenz. Da für die Hackschnitzelanlage durchschnittlich 600 Schüttraummeter pro Jahr benötigt werden, werfen die heimischen Wälder mehr als genug Heizgut ab, zudem gibt es nur dann Fördermittel von Bund und Land, wenn das Hackgut aus einem Umkreis von 50 Kilometer stammt.“

Ehrenamtlich tätig
Als Ortsvorsteher der Fluh legt Peter Vögel größten Wert auf die Feststellung, dass er die Funktion als Obmann der Genossenschaft ehrenamtlich, also ohne Entlohnung, versieht. Nicht nur die SPÖ, auch die grüne Fraktion im Rathaus wollte aber darüber hinaus im Vertrag festgehalten sehen, dass wirklich nur Holz aus den umliegenden Wäldern angeliefert wird.

„Enkeltaugliches Projekt“
„Wir haben deshalb vorgeschlagen, dies im Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Genossenschaft verbindlich festzuschreiben – die Genossenschaft war selbstverständlich dazu bereit. Nach anfänglichem Zögern ist auch die ÖVP auf diesen Vorschlag eingestiegen; so wurde ein 30-km-Radius vertraglich fixiert. Damit ist das Biomasseheizwerk Fluh ein energetisch, regionalwirtschaftlich und von der Organisationsform der Genossenschaft her ein sehr sinnvolles und enkeltaugliches Projekt“, so Vizebürgermeister Gernot Kiermayr. Da über diese Frage im Stadtrat Übereinstimmung erzielt werden konnte und der Vorschlag der Grünen über jenen der SPÖ-Fraktion hinausging, zog die SPÖ ihren diesbezüglichen Antrag wieder zurück. Dass sie sich dennoch gegen das Projekt auf der Fluh aussprach, begründet Klaus Kübler wie folgt: „Hier handelt es sich um eine Förderung der Fluher Bauern auf Kosten der Bregenzer Bürger. Für die Stadt bringt dieses Heizwerk keine Kosteneinsparung. Sie zahlt bei der Errichtung mit, erhält auf 30 Jahre keine Miete und keinen Instandhaltungsbeitrag von der Genossenschaft und bezahlt den vollen Strompreis für die Genossenschaft“, so Kübler.

„Nur sinnvoll für Bauern“
„Sinnvoll ist dieses Biomasse-Heizwerk nur für die Genossenschafter, die Fluher Bauern. Sie verkaufen sich selbst das Holz, betreiben die von der Stadt mitbezahlte Anlage und verkaufen dann der Stadt die daraus gewonnene Wärme. Das einzig positive daran ist für mich, dass, global betrachtet, weniger fossile Brennstoffe benötigt werden“, meint der SPÖ-Stadtrat. Der Bregenzer Baudirektor Bernhard Fink sieht die Angelegenheit pragmatisch: „Da auf der Fluh keine Gasversorgung gegeben ist, besteht nur die Wahl zwischen Öl und Festbrennstoffen. Vom Energiepreis her gesehen, ist die Hackschnitzelheizung die günstigste Lösung. Da eine Abkehr von fossilen Brennstoffen die einzige zukunftsträchtige Lösung darstellt, bleibt also die Wahl zwischen Pellets-Einzelheizung und zentraler Hackschnitzelheizung. Die Einzelheizungen würden eine weit höhere Investition erfordern, eine reine Holzheizung ist mit hohen Wartungskosten verbunden, sodass die Hackschnitzelanlage die wirtschaftlichste Lösung darstellt.“

„Schlankste Version“
Und Peter Vögel ergänzt: „Natürlich wurden Überlegungen angestellt, ob die Heizanlage von der Stadt, den Stadtwerken oder einer Fluher Genossenschaft betrieben werden sollte. Die Genossenschaft stellt dabei die schlankste Version dar – die Verwaltungskosten, einschließlich Steuerberater, liegen unter 1000 Euro pro Jahr. Deshalb hat man sich zu dieser Lösung durchgerungen.“

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