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Flugzeug fast mit Meteorit kollidiert

Eine chilenische Maschine ist auf dem Weg nach Neuseeland beinahe mit Teilen eines Meteorites zusammen gestoßen. Die glühenden Objekte verfehlten das Flugzeug nur um Sekunden.

Ein brennendes Stück Weltraumschrott hat über dem Südpazifik ein chilenisches Passagierflugzeug um Sekunden verfehlt. Der Pilot alarmierte die neuseeländische Flugaufsicht, dass nur etwa acht Kilometer vor seiner Maschine ein brennendes Teil aus dem Himmel gefallen sei. Die staatliche Luftfahrtbehörde nahm Ermittlungen zu dem Vorfall auf, berichteten die neuseeländischen Medien am Donnerstag.

Acht Kilometer legt ein Flugzeug bei einer Geschwindigkeit von etwa 900 Kilometern in der Stunde innerhalb von rund 30 Sekunden zurück. Das Objekt habe den Nachthimmel erleuchtet, berichtete der Pilot. Ein weiteres Teil sei hinter ihm heruntergefallen. Der Lärm habe die Flugzeuggeräusche übertont.

Die Maschine der Fluggesellschaft „Lan Chile“ war von Santiago in Chile nach Auckland in Neuseeland unterwegs. Sie landete am Mittwoch schließlich planmäßig und ohne Zwischenfälle. Wie viele Menschen an Bord waren, teilte die Fluggesellschaft nicht mit. Der Airbus A340 kann maximal 271 Passagiere befördern.

Spekulation über Meteorit

Ein russischer Raumfahrtexperte widersprach Medienberichten, bei dem Objekt könnte es sich um einen entsorgten russischen Progressfrachter von der Internationalen Raumstation ISS gehandelt haben. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls sei der Progressfrachter noch an der ISS angedockt gewesen, sagte der namentlich nicht genannte Experte der Agentur Interfax. Das Transportraumschiff sei erst zwölf Stunden später in den Südpazifik gestürzt. Experten spekulierten im neuseeländischen Rundfunk, dass es sich um einen Meteoriten gehandelt haben könnte.

Ein ähnliche Einschätzung hatte ein Experte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Nach seiner Meinung kommt außer Weltraumschrott auch ein Meteorit in Frage. „Das ist schwer zu beurteilen“, sagte Detlef Albes am Donnerstag in Bonn. Einen Hinweis könne die Flugbahn des Objektes geben. „Wenn es fast senkrecht vom Himmel fällt, kann man Weltraummüll ausschließen“, sagte Alwes. Es bestehe immer ein Risiko, dass Teile von Raumstationen oder Raketen unkontrolliert vom Himmel fallen. Bisher sei aber nie ein Mensch verletzt worden.

Normalerweise verglühten kleine Teile beim Eintritt in die Atmosphäre. Bei besonders schweren Müll-Teilen sei das nicht unbedingt der Fall. „Das hängt auch vom Material ab“, sagte Alwes. „Hochschmelzende Werkstoffe“ wie Titan verglühten nur schwer.

In den USA seien alle im All schwebenden Müllteile erfasst. Die Informationen laufen nach seinen Angaben bei der amerikanischen Weltraumbehörde NASA zusammen. „Wenn ein größeres Weltraumteil herunter gekommen ist, dann werden die Amerikaner das in ein paar Tagen wissen“, sagte Alwes.

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