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Flughafen Altenrhein: Betriebszeiten sollen erweitert werden

LR Tittler: Ziel ist ein Kompromiss
LR Tittler: Ziel ist ein Kompromiss ©VOL.AT
Flugplatz St.Gallen-Altenrhein: St.Gallen und Vorarlberg präsentieren Eckwerte zur Anpassung der bilateralen Abkommen.

Ausgehend von den Ergebnissen der Interessenanalyse haben der Kanton St.Gallen und das Land Vorarlberg unter der Leitung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt Eckwerte ausgearbeitet, innerhalb welcher sich der Flugplatz St.Gallen-Altenrhein in den nächsten 20 bis 30 Jahren entwickeln können soll.

Diese Eckwerte sollen nun einer näheren Abstimmung unterzogen werden, ehe ein konkreter Textentwurf zur Anpassung der bilateralen Abkommen zwischen Österreich und der Schweiz zum Betrieb des Flugplatzes St.Gallen-Altenrhein ausgearbeitet wird.

Neukategorisierung der Flugbewegungen

Eine Neukategorisierung der Flugbewegungen soll künftig zwischen Linienverkehr, Geschäftsreiseverkehr und Nichtgeschäftsreiseverkehr konsequent unterscheiden.

Nicht angetastet werden sollen die maximal zulässige Tages- und Jahreslärmpunkte. Einzige Ausnahme bildet die Floatingregelung, wonach aus witterungsbedingten Sicherheitsgründen an einzelnen Tagen eine Überschreitung der Tageslärmpunkte zulässig ist. Diese zusätzlichen Lärmpunkte müssen aber an den darauffolgenden Tagen eingespart werden.

Beschränkung der Helikopterflüge

Für den Geschäftsreise- und den Linienverkehr sollen die Betriebszeiten leicht ausgeweitet und die Mittagspause aufgehoben werden. Die Betriebszeiten des Nichtgeschäftsreiseverkehrs und des Helikopterverkehrs werden im Gegenzug eingeschränkt.

Eine Verbesserung für die Bevölkerung soll sich aus der Reduktion des Helikopterverkehrs auf max. 2500 Bewegungen pro Jahr ergeben (zum Vergleich: im Jahr 2018 waren es 4.528 Bewegungen).

Der Flugplatz St.Gallen-Altenrhein besteht seit dem Jahr 1926 und dient heute mehrheitlich dem gewerbsmäßigen, aber auch dem nichtgewerbsmässigen Luftverkehr. Seit dem Ende der 80er-Jahre besteht eine Linienverkehrsverbindung nach Wien, die derzeit werktags viermal täglich angeboten wird. Ausserdem bestehen insbesondere während den Sommermonaten verschiedene Charterverbindungen zu europäischen Feriendestinationen.

Eckpunkte für zukünftige Entwicklung

Ausgehend von den Ergebnissen der Interessenanalyse und der von der Flugplatzbetreiberin vorgelegten Strategie 2030 des Flugplatzes St.Gallen-Altenrhein wurde ein Vorschlag mit den folgenden Eckwerten für die zukünftige Entwicklung des Flugplatzes erarbeitet:

  • Die Schweiz verzichtet mittels einer staatsvertraglichen Regelung auf die Konzessionierung des Flugplatzes St.Gallen-Altenrhein.
  • Für die Betriebszeitenregelung werden die Flugbewegungen neu kategorisiert, was zu einer eindeutigen Zuordnung führt (Nichtgeschäftsreiseverkehr/Geschäftsreiseverkehr/Linienverkehr).
  • Die Betriebszeiten für den Linien- und Geschäftsreiseverkehr werden leicht erweitert.
  • Die Betriebszeiten für den Nichtgeschäftsreiseverkehr werden im Gegenzug leicht eingeschränkt.
  • Die Anzahl Helikopterflüge wird massiv reduziert.
  • Die Ausnahmeregelungen für Flüge außerhalb der Öffnungszeiten werden präzisiert.
  • Das Floating bei den Tageslärmpunkten wird aus Sicherheitsgründen angepasst.
  • Abgesehen vom Floating bleiben die Tages- und Jahreslärmpunkte des bestehenden Lärmkorsetts unangetastet.

Nächster Schritt: Konkretisierung

In einem nächsten Schritt sollen die Eckwerte näher abgestimmt, konkretisiert und Vorschläge für die Anpassung des Staatsvertrags und der Verwaltungsvereinbarung ausgearbeitet werden. Bis die neuen Rahmenbedingungen für den Flugplatz umgesetzt werden können, sind noch folgende Schritte erforderlich:

  • Ausarbeitung der Anpassungen des Staatsvertrags und der Verwaltungsvereinbarung inkl. detaillierte Ausarbeitung von Ausführungsbestimmungen
  • Feststellungsverfahren betreffend allfälliger erheblicher Beeinträchtigungen des Natura 2000 Gebietes Rheindelta
  • gegebenenfalls Bewilligungsverfahren hinsichtlich der Beeinträchtigungen des Natura 2000 Gebiets
  • Befassung des Vorarlberger Landtages
  • Ratifikationsverfahren für die Anpassung des Staatsvertrags
  • Anpassungsverfahren des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (Objektblatt St.Gallen-Altenrhein)
  • Genehmigungsverfahren für die Anpassung der Verwaltungsvereinbarung
  • Genehmigungsverfahren für das Betriebsreglement inkl. Rechtsmittelverfahren

Aufgrund dessen ist eine Abwicklung des Betriebs im Rahmen der vorgeschlagenen Änderungen in etwa sechs Jahren, d.h. im Jahr 2025 möglich.

(red)

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