Flüchtlinge versteckten sich in Ladung eines Vorarlberger Spediteurs

Flüchtlinge in der Ladung seien laut Wirtschaftskammer selten.
Flüchtlinge in der Ladung seien laut Wirtschaftskammer selten. ©APA
Bludesch - Drei minderjährige Afghanen versteckten sich im Kühlanhänger eines Vorarlberger Speditionsunternehmens, um von Griechenland nach Österreich zu gelangen. Gefunden wurden sie bei einer Routinekontrolle. Ein Fall mit Seltenheitswert.

Drei blinde Passagiere fand die italienische Polizei in einem Kühlanhänger auf den Weg Richtung Österreich. Die minderjährigen Afghanen dürften sich im griechischen Hafen Patras zwischen den Melonen versteckt haben. Bei 15 Grad Kühltemperatur ging es dann laut “Kronenzeitung” über Venedig nach Cortina d’Ampezzo. Hier beendete eine Routinekontrolle die Reise der inzwischen unterkühlten Flüchtlinge – eine frühere Zollkontrolle überstanden sie noch unentdeckt.

Erster Vorfall mit Flüchtlingen

Laut Herwig Vögel, Geschäftsführer des betroffenen Transportunternehmens, ereignete sich der Vorfall bereits vergangene Woche. Der für die italienische Tochterfirma arbeitende  Lkw-Lenker verbrachte einen Tag in Polizeigewahrsam. “Seit letztem Dienstag ist er aber schon wieder zuhause”, betont Vögel. Für das Speditionsunternehmen war es der bisher erste Vorfall mit Flüchtlingen. Man fahre jedoch auch so gut wie nie Griechenland, eines der Hauptankunftsländer von Flüchtlingen, an.

Flüchtlinge nutzen auch Ruhepausen

Die blinden Passagiere im Frachtraum seien jedoch kein akutes Problem für den innereuropäischen Güterverkehr. “Ich hatte das Gefühl, dies sei ein Ding der Vergangenheit”, erklärt Christoph Linder, Fachgruppenobmann des Güterbeförderungsgewerbes der Vorarlberger Wirtschaftskammer. So seien vor zirka fünf Jahren größere Speditionen immer wieder betroffen gewesen – was auch den Verdacht auf die Lenker als Beihelfer lenkte. Derzeit seien eingeschleußte Flüchtlinge in der Ladung jedoch kein Thema, weder in Vorarlberg noch österreichweit.

Innerhalb der EU “alles möglich”

Dies liege aber auch daran, dass der Zugang zur Ladung für Flüchtlinge nicht einfach ist. Container, die in die EU eingeführt werden, müssen versiegelt sein. Mit beschädigter Plombe ist an der EU-Außengrenze Schluss. Nicht so innerhalb der EU, wo keine Versiegelung vorgesehen ist. Hier bieten sich für Flüchtlinge durchaus Möglichkeiten, etwa während den vorgeschriebenen Ruhepausen auf Rastplätzen. Innerhalb der EU sei “alles möglich”, räumt auch Linder ein.

(MRA)

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