Flott unterwegs und den Wind im Haar

Das Sozialzentrum Senecura bietet in Kooperation mit der Stadt Bludenz Rikscha-Fahrten für ihre Bewohner an.

Das Angebot findet seit dem Sommer begeisterten Anklang und könnte im kommenden Jahr ausgebaut werden.

Fahrradfahren ist für viele ältere Menschen leider nicht mehr möglich. Um dennoch das Gefühl des Unterwegsseins mit einem Fahrrad vermitteln zu können, bietet das Sozialzentrum Senecura seit heuer Fahrten mit einer Rikscha, die extra für diesen Zweck angeschafft wurde, an. „Das Angebot wird von unseren Bewohnern sehr gut angenommen. Unsere Piloten, wie die Rikschafahrer genannt werden, sind bei schönem Wetter auch jetzt noch unterwegs, die Mitfahrer bekommen eine dicke Decke, damit sie auch nicht frieren. Im Winter werden die Fahrten dann allerdings eingestellt, weil Ausfahrten bei Eis und Schnee einfach zu gefährlich werden“, erläutert Daniel Siegl, Heimleiter der Senecura in Bludenz.

Sicherheit im Fokus

Das Thema Sicherheit steht bei den Rikschafahrten im Vordergrund. Herbert Fink, der die Koordination der Piloten innehat, ist auch für das entsprechende Fahrsicherheitstraining verantwortlich: „Wir haben im Mai mit diesem Projekt gestartet. Mittlerweile sind insgesamt acht Piloten unterwegs, die alle ein entsprechendes Training zur Gewährleistung der Sicherheit absolviert haben. Die weltweite Bewegung ‚Das Recht auf Wind im Haar‘, die die Initiative zu dieser Fortbewegungsform für ältere Menschen gesetzt hat, besteht schon seit einigen Jahren. Ich finde dies ein äußerst wertvolles Projekt, denn so kommen Senioren, die vielleicht schon lange nicht mehr im Städtle und der Umgebung unterwegs waren, wieder vermehrt unter die Leute. Sie genießen es sehr, wieder einmal ein gewisses Stadtflair vermittelt zu bekommen.“ Der engagierte Koordinator ist aber auch selbst als Pilot unterwegs: „Mir machen die Ausfahrten sehr viel Spaß, insbesondere auch deshalb, weil wir auf diese Art den Mitfahrenden sehr viel Freude bereiten können. Auch mit der ältesten Bewohnerin der Senecura, Frau Cirtek, die 102 Jahre alt ist, bin ich schon gefahren.“

Platz für zwei Personen

In der Rischka haben jeweils zwei Personen Platz. „Die Rikscha hat eine E-Unterstützung, ansonsten wären die geografischen Gegebenheiten wie etwa das Aufwärtsfahren in der Spitalgasse nicht möglich“, so Herbert Fink. Rund 200 Kilogramm müssen bewegt werden, denn neben den beförderten Personen hat auch die Rikscha einiges an Gewicht.

Erweiterung in Planung

Vor Kurzem erst wurde die erste Rikscha-Haltestelle bei der Senecura eröffnet, die ebenfalls sehr gut angenommen wird. „Wir planen in Kooperation mit der Stadt Bludenz für das nächste Jahr eine Erweiterung unseres Fuhrparks, aber auch eine Ausweitung der Haltestellen. Idealerweise würde das Angebot dann für alle älteren Bewohner in Bludenz zur Verfügung stehen. Insgesamt sehen wir mit diesem Projekt noch viel Entwicklungspotenzial“, betont Daniel Siegl. Die beiden Bewohnerinnen Marlies Schallert und Herta Bachmann waren sich bei der Ausfahrt in der letzten Woche jedenfalls einig: „Es ist wirklich ein Genuss, mit der Fahrradrikscha unterwegs zu sein. Im Sommer sind wir sogar gemeinsam ein Eis essen gefahren. Die Fahrten mit den Piloten, die meistens auch noch einen lockeren Spruch auf Lager haben, bieten eine schöne Abwechslung in unserem Alltag und sind jedes Mal ein Erlebnis!“

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