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Fliegenschwärme auf Quältour

Grellfarben, flink und für Menschen oft unangenehm: Die Schmeißfliegen treten heuer massiv auf.
Grellfarben, flink und für Menschen oft unangenehm: Die Schmeißfliegen treten heuer massiv auf. ©VOL.AT/Stiplovsek
Dornbirn - Es sind heuer besonders viele der lästigen Insekten unterwegs. Speziell auch in den Häusern.

Sie können leise sein, aber auch diesen aufdringlichen Summton von sich geben. Sie sind flink und daher schwer zu erwischen. Sie fliegen jeden menschlichen Körperteil an. Und es gibt vor allem heuer sehr viele von ihnen: Die Rede ist von den Fliegen. In Erscheinung treten sie als Fleischfliegen, Schmeiß- oder Stubenfliegen. Besonders letztere zwei Arten scheinen in diesem Jahr auffallend stark vertreten zu sein.

Guter Winter für Fliegen

“Man muss sich nicht wundern”, sagt dazu Klaus Zimmermann (53) von der inatura in Dornbirn. “Die Insekten fanden im heurigen Winter ideale Bedingungen vor. Es war wenig feucht und in der Zeit der extremen Kälte wurden sie von einer Schneeschicht geschützt.” Die Folgen beschriebener klimatischer Bedingungen sind derzeit in großer Zahl zu sehen und zu hören. “Es sind weniger die Fleischfliegen, sondern die Schmeiß- und Stubenfliegen, die sehr stark präsent sind”, erläutert der Dornbirner Biologe. Schmeißfliegen und Stubenfliegen werden besonders von aasartigen Gerüchen und Speiseresten angezogen. “Für die Küche gilt daher: Speisen gut verstauen”, lautet der Tipp vom Fachmann.

Mücken und Wespen kommen erst

Klaus Zimmermann hält es für möglich, dass bald auch Mücken und Wespen den heurigen Sommer zu einem ausgesprochenen Insektenjahr machen. “Die guten Überlebensbedingungen des abgelaufenen Winters galten ja nicht nur für die Fliegen.” Während Mücken und Wespen noch nicht wirklich angekommen sind, belästigen uns die Fliegen schon seit Längerem. Dass dies nachlässt, ist nicht anzunehmen. “Fliegen kennen in der wärmeren Jahreszeit keine wirkliche Hochsaison”, erklärt Klaus Zimmermann. Die lästigen Quälgeister leben zwar in der Regel nur wenige Wochen, doch dann ist schon die nächste Generation da.

Vom Fladen aufs Schnitzel

Während Mücken und Wespen den Menschen schmerzhafte und zum Teil gefährliche Stiche zufügen können, geht von der Fliege eine andere Gefahr aus. “Sie kann Krankheiten übertragen”, warnt Biologe Zimmermann. Und reicht die Erklärung hinterher. “Fliegen stoßen einen Speichel aus, mit dem sie ihre Nahrung vermischen. Sie können Nahrung in einem Moment von einem Kuhfladen holen, im nächsten von einem Schnitzel, das jemand gerade verzehrt.” Während die Menschen in unseren Breiten die Fliegen als völlig ungefährlich betrachten, verhält es sich in gewissen Ländern anders. “In Cap Verde etwa servieren Kellner jenen ein frisches Bier, denen eine Fliege zuvor ins Glas geflogen ist”, erzählt Zimmermann von seinen Urlaubserfahrungen.

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