Fischer vergleicht seine Arbeit mit Verschiebebahnhof

Feldkirch -  Der Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer vergleicht seine Arbeit manchmal "mit einem Verschiebebahnhof".

Es kämen so viele Anforderungen auf einen zu, dass man zusehen müsse, die eine rechtzeitig loszulassen, damit man sich der nächsten widmen könne. Ein zentrales Anliegen in seiner Arbeit sei ihm die Seelsorge, sagte Fischer in einem Bilanz-Interview mit dem Vorarlberger Kirchenblatt anlässlich seines 75. Geburtstags, den er am 6. Oktober feiert.

Bei den Visitationen mit den Pfarrgemeinderäten habe er diese oft bestärkt, indem er herausgestellt habe, “wie wichtig die Kirche im Dorf ist, was die Kirche an Zusammenhalt und an Ausrichtung ins Dorf hereinträgt mit den verschiedensten Veranstaltungen und Tätigkeiten”. Generalvikar Benno Elbs und Pastoralamtsleiter Walter Schmolly hätten ihn bei seiner Arbeit sehr unterstützt, sagte der Bischof.

Für die ihm verbleibenden Jahre wünsche er sich, “dass ich weiterhin in die Berge gehen kann”. Auf den Berg zu gehen habe eine mystische Bewandtnis. “Ich muss mich anstrengen, schwitze, aber oben habe ich Überblick und bin ganz frei”, so Fischer. Es sei menschlich einfach etwas Aufrichtendes, dass man durch Anstrengung zu einem Ziel komme, das einen freut. “Dies und jenes lesen” wolle er ebenfalls, dabei habe er Mehrfach-Interessen. Er habe in seinem Leben mehrere Aufgaben durchwandert und sich dabei immer am Gedanken orientiert: “Schau, dass du es menschlich fördernd machst.”

Fischer hat sein obligatorisches Rücktrittsgesuch bereits vor mehreren Wochen in den Vatikan geschickt. Mit der Vollendung des 75. Lebensjahres muss der Bischof nach geltendem Kirchenrecht dem Papst seinen Rücktritt anbieten. Bis wann im Vatikan die Entscheidung über das Ansuchen Fischers getroffen wird, ist freilich offen.

Die Annahme des Rücktrittsgesuchs des umstrittenen Vorarlberger Bischofs dürfte sehr wahrscheinlich sein. Der Geistliche geriet in seiner seit Juli 2005 währenden Amtszeit immer wieder in die Schlagzeilen. So bezeichnete er 2009 Homosexualität als “heilbar”, was er nach heftiger Kritik wieder zurücknahm. Nach Vorwürfen, als Religionslehrer einen Schüler geschlagen zu haben, hat sich Fischer seit dem vergangenen Jahr meist im Hintergrund gehalten.

Neben Fischer erreicht im Mai kommenden Jahres auch der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser die Altersgrenze von 75 Jahren. Zuletzt war die Amtszeit des steirischen Diözesanbischofs Egon Kapellari – er wurde im Jänner dieses Jahres 75 – von Papst Benedikt XVI. um zwei Jahre verlängert worden.

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