Firmensitz Marte.Marte am Fuße der Schattenburg

Ganz i weiß präsentiert sich die Alte Dogana.
Ganz i weiß präsentiert sich die Alte Dogana. ©Marte.Marte
Marte.Marte haben die „Alte Dogana“ behutsam saniert und den Bedürfnissen angepasst.

Feldkirch. (VN-gms) Am Donnerstag, 21. Juli, wurde die „Alte Dogana“ in der Feldkircher Neustadt feierlich ihrer neuen Bestimmung übergeben. Das Vorarlberger Architekturbüro Marte.Marte hat das 600 Jahre alte Gebäude im vergangenen Jahr von der Stadt Feldkirch um eine Million Euro erworben und in den letzten sechs Monaten an die eigenen Bedürfnisse angepasst. Zur Investitionssumme, die zusätzlich zum Kaufpreis von einer Million Euro ausgegeben wurde, halten sich die Architekten bedeckt. „Wir haben aber mehr hineingesteckt, als wir ursprünglich vor hatten“, so Stefan Marte, einer der beiden Brüder, die das Architekturbüro Marte.Marte 1993 gegründet haben und leiten. 30 Architekten arbeiten ab heute in der Neustadt Nummer 37, das Haus könnte aber bis zu 40 unterbringen. Marte.Marte eröffnet sich mit dem Umzug somit eine weitere Wachstumsperspektive.

Stefan Marte betont im VN-Heimat-Gespräch, dass man besonders viel Wert darauf gelegt hat, die Geschichte des Hauses zu bewahren bzw. auch wiederherzustellen. So wurden die Außenwände weiß gekalkt, ein moderner Zementputz aus den 1970er- oder 80er-Jahren wurde entfernt. Auch die Fenster samt Fensterläden wurden restauriert. Ab dem kommenden Frühjahr sollen sogar Geranien das Haus schmücken. Diesen Schmuck am Haus hat man nämlich auf Archiv-Bildern entdeckt.

Im Inneren blieben die alten Decken erhalten und man achtete darauf, dass keine Steckdosen oder Ähnliches in die Seitenwände eingebracht wurden. Als Installationsebene dienen alleine die Böden: hier ersetzt ein Fischgrät-Parkett die alten Riemenböden, darunter verbergen sich Heizungsrohre sowie Elektro- und EDV-Verkabelungen. Die zentralen Flure wurden wieder geöffnet und dienen in Zukunft als Kommunikationsräume und -zonen.

10-Tonnen-Fingerabdruck

Im Dachgeschoß setzten die Architekten aber doch noch einen ordentlichen „Fingerabdruck“: Hier wurde ein zehn Tonnen schwerer Lichttrichter in Form einer Treppe in den Dachstuhl geschnitten. Zudem wurden im unteren Dachgeschoß Glaswände errichtet. So brachte man Licht in die Räume im Gebälk.

„Denn das Licht ist das Hauptproblem der Alten Dogana“, sagt Stefan Marte. „Das Gebäude hat nur auf zwei Seiten Fenster“, so der Architekt. Einige Räume dürfen arbeitsrechtlich gar nicht für Arbeitsplätze verwendet werden. Sie werden für Server, als Archiv und für andere Funktionen genutzt. Um die Ausleuchtung in Fluren und Zimmern zu gewährleisten, haben Marte.Marte gemeinsam mit Zumtobel sogar eine eigene Leuchte, die an eine Fackel erinnert, entwickelt.

Standort entscheidend

Der Umzug von Weiler nach Feldkirch ist für die Architekten ein wichtiger Schritt. Bisher arbeitet man in zwei alten Rheintalhäusern, dem Elternhaus der Brüder, sowie einem zweiten, gemieteten Haus in Weiler. Das war nicht mehr praktikabel. Zudem befände man sich im Konkurrenzkampf mit anderen Architekten um internationale Architektur-Talente. Denen könne man nun mit einem gemeinsamen Büro und einer zentralen Lage in einer aufregenden Stadt einfach mehr bieten, ist Marte überzeugt.

Schon seit Längerem wurde über einen Umzug nachgedacht. Zwischenzeitlich auch das „Tschitscherschlössle“ am Margarethenkapf erworben. Während man dort einen Firmensitz plante, wurde aber das Büro zu groß. Nun überlegen sich die Architekten eine andere Nutzung für das ehrwürdige Gemäuer am Blasenberg.

Faszination Burg

Der behutsame Umgang mit dem historisch Vorhandenen und die bewusste Anlehnung an alte Lösungen, wie etwa eine Fackel als Beleuchtung, mag wohl auch damit zu tun haben, dass die Marte-Brüder immer schon Fans von Burgen waren. „Als Kinder und während der Schulzeit haben wir Hunderte Burgen gemalt“, lacht Stefan Marte. Jetzt ist man der Schattenburg ganz nahe.

Tag der offenen Tür

Am Freitag, 22. Juli, stehen die Türen von 13 bis 18 Uhr für die Öffentlichkeit offen und jedermann kann sich von den Umbau- und Sanierungsarbeiten im Haus ein eigenes Bild machen.

 

Zahlen und Fakten “Alte Dogana”

  • Baustart Februar 2016
  • 850 Quadratmeter Nutzfläche
  • Platz für 40 Architekten
  • 10 Tonnen wiegt der Stahltrichter
  • Tag der offenen Tür:  Freitag, 22. Juli 2016, 13 bis 18 Uhr
  • Neuer Firmensitz: Neustadt 37, Feldkirch

 

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