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Finnischer Stargast brillierte am Bösendorfer

Henri Sigfridsson, Meisterpianist aus Finnland.
Henri Sigfridsson, Meisterpianist aus Finnland. ©Alumni Sinfonie-Orchester
Das „Alumni-& Sinfonie-Orchester Uni Bern“ unter der künstlerischen Leitung von Martin Studer-Müller konzertierte im SAL.

Schaan. (sch) Zum Auftakt einer internationalen Konzerttournee, die nach Russland, Estland, Finnland etc. führen wird, gastierte das „ALSO UniBe“ erneut im Schaaner SAL. Maestro Martin Studer-Müller, der verdienstvolle Schweizer Dirigent, Musikpädagoge, Nachwuchsförderer und Konzertorganisator, und sein Alumni-Orchester, das ca. 50 Mitglieder umfasst und aus Profis und weiteren begabten Hobby-Musici mit hohem Damenanteil besteht, boten ein gewichtiges Konzertprogramm. Der schon weltbekannte, junge finnische Pianist Henri Sigfridsson (geb. 1974), ein vielseitiger Meister der Klaviermusik und seit 2010 Professor an der Musikhochschule Hans Eisler in Berlin, spielte mit glutvollem Musikerherzen das berühmte 5. Klavierkonzert in Es-Dur, op. 73, von Beethoven („L´empereur“); nach der Pause folgte die ebenso gewaltige 5. Sinfonie in e-Moll, op. 64, von Pjotr I. Tschaikowsky. Zwei mal 5, das passte zu den fünf Jahren, seit das Alumni-Orchester (ALSO) besteht, und Studer-Müller nannte das aktuelle Konzert deshalb „Jubiläums-Event“.

Hanselmann-Uraufführung

Das Konzert wurde von einer Uraufführung von Jürg Hanselmann eingeleitet – „Euridice“, ein Notturno für Orchester, op. 35, des vielseitigen liechtensteinischen Musikers. Nun, in der Gluck-Oper erweckt Gott Amor die zweimal gestorbene Euridice aus Mitleid für den Gatten Orpheus zum Leben. Die Komposition von Hanselmann endet nach vorwärts drängender Klangrede mit einem offenen Schluss.

Beethoven und Tschaikowsky

Der finnische Meisterpianist Henri Sigfridsson interpretierte das glanzvoll-heroische  5. Klavierkonzert von Beethoven mit sehr männlich-adäquatem Zugriff in den dramatischen Passagen (1. Satz), bezauberte dann im Adagio in H-Dur mit romantisch sanfter Klangrede und ließ technisch virtuos das Schluss-Rondo jauchzen.

Nun, die Fünfte Tschaikowskys ist ein gewaltiges Opus, ein tönendes, schmerzvolles Psychogramm seiner wunden Seele. Martin Studer-Müller wagte sich an dies große Werk und beeindruckte mit einer sehr soliden Aufführung vom ersten geheimnisvoll-düsteren Klarinettenmotiv bis zur hymnischen Schluss-Koda. Die Alumni-Konzerte haben nach fünf Jahren schon beachtliches Niveau, und Wiederhören in der Region macht Freude.

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