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Fingerabdruck reichte nicht für Einbruch-Schuldspruch

Einbruch in Kindergarten: Fingerabdruck reicht nicht als Beweis.
Einbruch in Kindergarten: Fingerabdruck reicht nicht als Beweis. ©APA/Symbolbild
Feldkirch, Innsbruck. Oberlandesgericht bestätigte Urteil des Landesgerichts: Vorbestrafter wurde freigesprochen, obwohl seine DNA-Spuren am Tatort gefunden wurden.
Landesgericht: Fingerabdruck reicht nicht


Obwohl sein Fingerabdruck am Tatort gefunden wurde, wurde der vorbestrafte 24-Jährige vom Anklagevorwurf des mit sechs Monaten bis fünf Jahren Gefängnis bedrohten Verbrechens des Einbruchsdiebstahls im Zweifel rechtskräftig freigesprochen.

Denn am Dienstag bestätigte das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) das Urteil des Landesgerichts Feldkirch. Die zweite Instanz gab der Berufung der Staatsanwaltschaft Feldkirch gegen die erstinstanzliche Entscheidung keine Folge. Das teilte auf Anfrage Richard Freyschlag als Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck mit.

Einbruch in Kindergarten

Damit bleibt ungeklärt, wer beim Einbruchsdiebstahl in einen Kindergarten in einer Hofsteiggemeinde am 9. August des Vorjahres 40 Euro aus einer Handkasse gestohlen hat. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war der Angeklagte an dem Einbruch zumindest mitbeteiligt. Schließlich wurden seine Fingerspuren an der Außenseite der Fluchttüre des Kindergartens sichergestellt.

Zusätzlich verdächtig gemacht hat sich der Arbeiter für die Anklagebehörde, weil er vor der Polizei trotz der gefundenen DNA-Spuren behauptet hatte, er habe sich seit 2007 nicht mehr in dem Kindergarten aufgehalten, den er als Kind einst besucht hatte.

In der Gerichtsverhandlung heuer im Februar gab der Bregenzer dann an, er habe sich zur Tatzeit doch beim Kindergarten aufgehalten, dort aber keinen Einbruch verübt. Vor dem Besuch seiner Eltern ein paar Häuser weiter habe er unter dem Vordach des Kindergartens eine Zigarette geraucht. Dabei habe er wohl mit einer Hand außen die Fluchttüre berührt.

Beweise genügen nicht

„Die vorliegenden Beweise genügen nicht für einen Schuldspruch“, sagte der Feldkircher Richter Wilfried Marte. Zumal an der aufgebrochenen Haupttür Fingerabdrücke sichergestellt worden seien, die mit jenen des Angeklagten nicht übereinstimmen würden. Auch die Fußabdruckspuren im Kindergarten würden nachweislich nicht vom Angeklagten stammen.

Dass der Arbeiter zunächst seine Anwesenheit beim Kindergarten geleugnet hat, erkärte Verteidiger Nicolas Stieger mit psychischem Druck. Denn bei der Befragung wegen des Einbruchsverdachts hätten die Polizisten Marihuana in seiner Bregenzer Wohnung gerochen. Danach wurde dort bei einer Hausdurchsuchung eine Cannabis-Plantage sichergestellt. Dafür muss sich der 24-Jährige in einem Drogenstrafverfahren verantworten.

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