Finanzinvestor investiert in Amann Girrbach

Koblach - Der weltweit tätige Finanzinvestor TA Associates mit Europa-Hauptsitz in London steigt mehrheitlich beim österreichischen Dentalspezialisten Amann Girrbach AG ein. Der Eigenkapitalfinanzierer Alpine Equity (vormals Hypo Equity), der seit 2003 im Unternehmen engagiert ist, veräußert seinen Anteil. Darüber hinaus kommt es zu einem Teilausstieg der bisherigen Eigentümer.

Amann Girrbach entwickelt mit rund 220 Mitarbeitern Präzisionssysteme sowie Verbrauchsmaterialien für Dental-Labore und exportiert diese weltweit in mehr als 70 Länder. Produktion, Materialforschung und Fertigungsstätten befinden sich am Standort Koblach, der Vertrieb ist in Pforzheim ansässig. In Amerika ist das Unternehmen seit 2005 mit einer Tochtergesellschaft aktiv. Das Führungsteam besteht aus den Vorständen der Gründerfamilien Oliver Amann und Jutta Girrbach. Marco Ratz, bei Amann Girrbach zuvor für die Vertriebs- und Marketingleitung verantwortlich, folgt Rudolf Schwarzinger als Vorstandsvorsitzender.

Digitalisierung als Wachstumstreiber

Amann Girrbach hat in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung vollzogen und den Dentalmarkt zuletzt mit der Markteinführung der „Ceramill Digital“ CAD/CAM-Technologie entscheidend geprägt: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Einstieg von TA Associates. Dieser eröffnet uns noch mehr Möglichkeiten, den Weg in die digitale Zukunft der Dentalindustrie zu beschreiten und das Wachstumspotenzial optimal zu nutzen. Wir können dadurch noch mehr in Forschung & Entwicklung sowie Internationalisierung investieren. Das sichert unser zukünftiges Wachstum und unsere führende Rolle in der Dentalindustrie“, erklärt der neue Vorstandsvorsitzende Marco Ratz.

„Wir freuen uns auf den Austausch mit dem Management von Amann Girrbach“, erklärt das neue Aufsichtsratsmitglied Birker B. Bahnsen, Vizepräsent von TA Associates. „Das Unternehmen hat beeindruckende und erfolgreiche Jahre hinter sich und ein enormes Wachstumspotenzial, das neben der Entwicklung neuer digitaler Qualitätsprodukte in der internationalen Expansion der Geschäftstätigkeit liegt. Wir werden das Management auf dem eingeschlagenen Weg voll und ganz unterstützen.“

Gerade der CAD/CAM-Markt birgt ein großes Wachstumspotenzial von jährlich etwa 15 bis zu bis 20 Prozent, während der heute noch deutlich stärkere konventionelle Dentalmarkt lediglich um sieben Prozent pro Jahr wächst. Prognosen erwarten in den kommenden Jahren deutlich höheren Ausgaben für Gesundheit, ästhetischen Zahnersatz sowie eine steigende Nachfrage im Bereich der Implantologie. Immer mehr Labore stellen auf die neue Technik um, die aufgrund eines geringeren Arbeitsaufwandes erhebliche Kostenvorteile bietet. „Amann Girrbach hat hier eine Vorreiterrolle übernommen und verfügt über eines der wirtschaftlich effizientesten Systeme am Markt. Das Unternehmen wird gerade im Bereich CAD/CAM stark profitieren, da innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre eine Verdoppelung dieser Anwendungen in der Dentalbranche erwartet wird“, ergänzt Jonathan W. Meeks, Geschäftsführer bei TA Associates.

Alpine Equity-Exit

Die Alpine Equity mit Sitz in Bregenz begleitete seit ihrem Einstieg beim Vorarlberger Dentalspezialisten Amann in Koblach im Jahr 2003 die erfolgreiche Internationalisierungsstrategie des mittelständischen Unternehmens. Für die Expansion von Amann Dental, die 2004 mit der deutschen Girrbach Dental aus Pforzheim fusionierte, wurde stark in Produktinnovationen sowie den Ausbau eines weltweiten Vertriebssystems investiert. Die Produkte werden zum überwiegenden Teil in eigener Herstellung gefertigt und über einen stark ausgebauten Eigenvertrieb sowie 80 Händler weltweit vertrieben.

Seit dem Einstieg der Alpine Equity im Jahr 2003 konnte das Dentalunternehmen den Umsatz von 7,2 Millionen Euro auf rund 46 Millionen Euro um ein Vielfaches steigern. „Für den nächsten Schritt mit dem Ziel der Globalisierung haben wir einen weltweit erfahrenen und kapitalstarken Investor gesucht“, sagt Omer Rehman, Vorstand der Alpine Equity.

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