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Finanzierung bleibt unklar: Ab Herbst kein Schulbetrieb mehr am Carina

Das Ende des Schulbetriebs am Carina ist bereits fix.
Das Ende des Schulbetriebs am Carina ist bereits fix. ©VOL.AT/Rauch
Feldkirch - Im Herbst wird es an der heilpädagogischen Therapiestation Carina keine Schulkinder mehr geben. Die Zukunft der Kindergartengruppe ist noch ungewiss. Während man bei der Stiftung Carina diese Woche eine Entscheidung erwartet, will das Land den Bedarf an heilpädagogischen Angeboten prüfen.
Onlinepetition für Carina
"Carina" geht das Geld aus

Am 15. Juli endet die Finanzierung der kinderpsychologischen Versorgung durch die Therapiestation Carina in Feldkirch durch das Land. Grund ist die Kündigung des Managementvertrags mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft.  Mit dieser Kündigung reagierte die Carina-Stiftung auf den Jahresverlust von 280.000 Euro, den man sich nicht leisten könne. Derzeit sieht es so aus, als ob dies auch das Ende der an der Carina angeschlossenen Heilstättenschule bedeutet. So signalisierte die Landesschulabteilung am 22. Juni, künftig keine Lehrer für die Heilstättenschule bereitstellen zu können.

Carina will Kindergartengruppe erhalten

Man werde mit Herbst keine Schulkinder mehr haben, bestätigt Carina-Geschäftsführerin Maria Nocker gegenüber VOL.AT. Derzeit kläre man noch ab, ob zumindest die Kindergartengruppe fortgeführt werden könne. Diese werde schließlich auch von Vertretern der Psychiatrie als vorarlbergweit einzigartig und erhaltenswert betrachtet, wie das Carina in einer Aussendung betont. Die Finanzierung müsse jedoch spätestens im September garantiert werden, um auch realisierbar zu sein. Nocker hofft, ab Herbst 2016 auch wieder eine Betreuung von Kindern im Schulalter anbieten zu können. Das Ziel ist weiterhin, die Therapiestation als alternative und ergänzende heilpädagogische Einrichtung neben der klinischen Betreuung am LKH Rankweil zu erhalten. Auch eine Onlinepetition mit insgesamt 2.773 abgegebenen Stimmen spricht sich in diesem Sinne aus.

Land will Bedarf prüfen

Dafür müsse jedoch die Finanzierung durch den Sozialfonds gewährleistet sein. Das inzwischen vorgelegte neue Konzept für das Carina fand bei einer Sitzung vergangenen Donnerstag mit Vertretern des Landes, der Psychiatrie, der Kinder- und Jugendhilfe, der Integrationshilfe und des Jugendanwalts durchaus Unterstützung. Vom Psychiatriekoordinator sei es jedoch als unzureichend und unterbesetzt kritisiert worden. Das Land Vorarlberg will nun prüfen, welche heilpädagogischen Angebote es in Vorarlberg für Kinder und Jugendliche brauche. Ob und welche Rolle das Carina darin einnehmen könnte, wird erörtert. Man müsse noch einiges abklären, erklärt Landesrat Christian Bernhard. Grund zur Eile sieht er trotz der finanziellen Situation der Therapiestation keinen.

Kritik an Kündigung des Managementvertrags

Man hätte dies alles ohne die Kündigung des Managementvertrages besser lösen können, betont Bernhard. Schließlich wäre durch diesen eine Finanzierung bis 2016 gewährleistet gewesen, in dieser Zeit hätte man ein Konzept erarbeiten können. “Wenn die Carina nicht wollte, wollte sie nicht”, kann Bernhard die Kündigung immer noch nicht ganz nachvollziehen.

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