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Finale im Kampf um Bregenz

Der amtierende Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) und Michael Ritsch (SPÖ) lieferten sich heiße Duelle um den Bürgermeistersessel. Am Sonntag sind die Bregenzer und Bregenzerinnen am Zug.

Er führt die Wähler mit falschen Versprechungen hinters Licht, behauptet der eine. Er ist arrogant, regiert von oben herab und behandelt die städtischen Mitarbeiter schlecht, so der andere.

Der harte Kampf um den Bürgermeistersessel in Bregenz hatte schon vor Monaten begonnen. Zunächst flogen in der Stadtvertretung ordentlich die Fetzen. Eine äußerst angriffslustige Opposition, insbesondere Michael Ritsch und Karl-Heinz Marent (Bregenz denkt), ließen keine Gelegenheit aus, Entscheidungen der ÖVP und Bürgermeister Markus Linhart zu kritisieren.

Nach dem doch überraschendem Wahlergebnis vor vierzehn Tagen, haben sich FPÖ, Grüne und Bregenz denkt leise aus dem Titelrennen um den Bürgermeisterposten verabschiedet. Bei ÖVP und SPÖ wurde alles mobilisiert. 20.000 Euro zusätzlich hat die SPÖ in den letzten zwei Wochen investiert. Ähnliche Zahlen gibt die ÖVP an.

Fairer ist der Wahlkampf nicht geworden, im Gegenteil. In seiner letzten Phase hat er nochmals an Schärfe zugenommen. Von Wahlkämpfern beider Parteien wird versucht, Gerüchte über „Weibergeschichten“ oder andere Skandale der beiden Kandidaten in die Welt zu setzen.

Tief sind die Gräben zwischen Rot und Schwarz. Offen bleibt nach dem heftigen Schlagabtausch nun die Frage, wie die vor zwei Wochen vom Bürger geforderte Zusammenarbeit jemals stattfinden soll. Gut für Bregenz war diese Art des Wahlkampfes sicher nicht. Man wird sehen, wie der alte oder auch neue Bürgermeister damit umgehen wird.

Spannend wird es bis heute Nachmittag auf jeden Fall bleiben. In keiner der vier anderen „Stichwahl-Gemeinden“ liegen die Kontrahenten so nahe beieinander und sind sie doch so fern.

Stichwahlen

Lustenau: Hans-Dieter Grabher (FPÖ) gegen Kurt Fischer (ÖVP) heißt das Duell in der größten Marktgemeinde Österreichs. Grabher selbst hatte vor zwei Wochen 45,8 der Stimmen erreicht. „Ich hatte mit einer Stichwahl gerechnet“, kommentierte er damals das Ergebnis. Sein Gegenkandidat Kurt Fischer geht zuversichtlich ins Rennen. Er konnte 38,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und darf auf die Hilfe der Liste Ilgec und die des Lustenauer Grünen-Chefs Bernd Bösch hoffen, die in unterstützen wollen.

Hard: Von 52 auf 39 Prozent ist Hugo Rogginers ÖVP in der Gemeindevertretung geschrumpft. Auch er selbst musste bei der Bürgermeister-Direktwahl eine Watsch’n hinnehmen (von 65 auf 41 Prozent). Sein Herausforderer Anton Weber kam vor vierzehn Tagen allerdings nur auf 23,7 Prozent. Das dürfte vermutlich nicht reichen, um den amtierenden Bürgermeister vom Amtssessel zu verdrängen.

Satteins: Optimistisch startet „Titelverteidiger“ Siegfried Lang (ÖVP) in die Stichwahl. Aber auch Herbert Dobler (FPÖ) rechnet sich durchaus Chancen aus. Vor zwei Wochen hatte Lang die Nase um acht Prozent vorne, verfehlte die 50-Prozent-Hürde um 3,7.

Dalaas: Mit Rückenwind geht auch Oswald Wachter in die entscheidende Runde. In Runde eins holte er 47,6 Prozent. Herausforderer Pepi Brunner (FPÖ) kam lediglich auf 27 Prozent.

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