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Figuren der Wiener Ankeruhr tragen Corona-Maske

Selbst Österreichs Geschichte bleibt von Corona nicht verschont
Selbst Österreichs Geschichte bleibt von Corona nicht verschont ©APA
In Wien sind am Mittwoch einige der wohl ältesten Mitarbeiter der Stadt vor dem Coronavirus geschützt worden - zumindest symbolisch: Die Figuren der Ankeruhr am Hohen Markt trugen FFP2-Masken. Damit erinnerten anlässlich des "Tags der Gesundheit am Arbeitsplatz" die Helvetia Versicherung, die Eigentümerin der Uhr, die Stadt und der erste Bezirk an die Bedeutung der Schutzmaßnahme.

"Corona hat unser aller Leben massiv verändert. Sensibel umgesetzte Schutzmaßnahmen sind heute das A und O im Umgang miteinander. Das gilt im Privatbereich aber freilich auch am Arbeitsplatz, wo der Schutz der Mitarbeitenden in den Wiener Unternehmen unsere oberste Priorität ist, damit die regionale Wirtschaft weiter gut funktioniert. Die Maskierung der Ankeruhr-Figuren soll dieses Bemühen symbolisch zeigen", betonte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) bei der Präsentation der maskierten Ankeruhr-Figuren am Hohen Markt. 

Die Geschichte der beliebten Touristenattraktion - die eine Werbemaßnahme war - reicht bis ins Jahr 1869 zurück. Damals siedelte sich die Anker Versicherung (heute: Helvetia) im Galvagnihof am Hohen Markt an, der Wirtschaftsaufschwung Anfang des 20. Jahrhunderts ließ das Gebäude aber rasch zu klein werden. Man plante ein neues Verwaltungsgebäude, wollte aber auf die Einheit der unterschiedlichen Gebäudeteile nicht verzichten - so entstand die Brücke zwischen den beiden Häusern.

Mit einer Uhr wollte die Versicherung auf die Vergänglichkeit des Lebens hinweisen - und die Wiener bei der Gelegenheit daran erinnern, rechtzeitig eine Versicherung abzuschließen. 1914 wurde die Ankeruhr in Auftrag gegeben. Für die Gestaltung konnte die Versicherung den damals populären Maler Franz von Matsch, einst mit Gustav Klimt in der Arbeitsgemeinschaft "Künstler-Compagnie" tätig, gewinnen. Das Uhrwerk steuerte k.u.k. Hof- und Kammeruhrmacher Franz Morawetz bei.

Matsch ließ zwölf Persönlichkeiten der Wiener Geschichte von Marc Aurel bis Prinz Eugen jeweils die volle Stunde anzeigen. Begleitet werden sie von einem passenden Musikstück - zu Kaiser Maximilian I. wird etwa "Innsbruck, ich muss dich lassen" gespielt. Die Kupferfiguren tragen die aktuelle Stunde in römischen Ziffern auf dem Kopf, während über ihnen auf einer horizontalen Skala ein Zeiger die Minuten durchläuft. Die Brückenuhr gilt als eines der bedeutendsten Wiener Jugendstilwerke. 2005 wurde sie komplett restauriert.

(APA)

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