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Führerschein kostet durchschnittlich 1690 Euro

Schwarzach - In Vorarlberg beträgt der Differenzbetrag für einen B-Führerschein – vergleicht man die billigste und die teuerste Fahrschule – 217 Euro. | Tarif-Vergleich [15KB]

Ein Vergleich zahlt sich aus“, rät Dr. Karin Hinteregger, Bereichsleiterin der Wirtschaftspolitik in der AK Vorarlberg.

Viele Schüler/innen und Studenten/innen nutzen die Sommerferien, um in den Besitz des begehrten „rosa Scheins“ zu kommen. Die heimischen Fahrschulen zählen neben Niederösterreich zu den teuersten Anbietern in ganz Österreich, wie eine Erhebung durch das Marktforschungsinstitut Kreutzer, Fischer & Partner ergeben hat.

Insgesamt wurden Ende Mai österreichweit (außer Oberösterreich) knapp 330 Fahrschulen unter die Lupe genommen. Um einen direkten Preisvergleich anstellen zu können, wurden die Preise für die B-Mehrphasen-Ausbildung mit 18 Praxisfahrstunden erhoben. Nicht in den Preisen inkludiert sind ein Erste-Hilfe-Kurs, Lernunterlagen, Arzt und Behörden, wofür weitere Kosten von bis zu 250 Euro anfallen.

Schwer kalkulierbare Preise

Seit 2003 gibt es den Mehrphasenführerschein, der sich in zwei Teile gliedert: Die erste Phase ist die Ausbildung in der Fahrschule und umfasst 32 Theoriestunden, zwölf Fahrstunden und eine Hauptschulung. Diese Hauptschulung kann entweder durch private Übungsfahrten von 1000 Kilometern oder in der Fahrschule absolviert werden. Je nach Können und Fortschritt des/der Fahrschülers/in, kann sich die Zahl der zusätzlichen Fahrstunden bis zur Prüfungstauglichkeit zwischen einer und über zehn Stunden bewegen. Bei durchschnittlich 50 Euro pro Fahrstunde kann die Hauptschulung somit teuer werden. Die zweite Phase beinhaltet drei Fortbildungen innerhalb eines Jahres nach dem Führerscheinerwerb, die sich in zwei Perfektionsfahrten und ein Fahrsicherheitstraining mit einem verkehrspsychologischen Gespräch aufteilt.

Preisvergleich lohnt sich

Durchschnittlich kostet ein B-Führerschein inklusive zweiter Phase (gerechnet mit 18 Fahrstunden) in Vorarlberg 1690 Euro, wobei der günstigste Anbieter bei 1549 Euro und der Teuerste bei 1766 Euro liegen. Die höchste Preisdifferenz im Land liegt somit bei 217 Euro, was im Vergleich zu Gesamt-Österreich zwar den geringsten Kostenunterschied ausmacht, doch ein Vergleich lohnt sich allemal.

Forderungen der AK

Die AK will Sicherheit durch eine gute Ausbildung, die sich Eltern und Jugendliche auch leisten können. Daher verlangt die AK eine Informationsplattform, damit sich Jugendliche und Eltern einfacher über Preise und Leistungen informieren können. Zusätzlich muss eine neue gesetzliche Regelung der Mindeststundenanzahl für praktische Fahrstunden geschaffen werden.

  • Informationsplattform, damit ein Preis-Leistungsvergleich einfacher wird – inklusive einer gesetzlich vorgeschriebenen Veröffentlichungspflicht der Tarife im Internet und eine Aushändigungspflicht der Tarife. Außerdem müssen die Preise der zweiten Phase im Gesamtpreis angegeben werden. Über 90 Prozent der Fahrschulen in Österreich nutzen zwar das Internet als Informationsplattform, aber nur knapp 20 Prozent geben auch die Preise an. „Ohne Angabe von genauen Kosten, ist ein direkter, einfach zugänglicher Preisvergleich für Eltern und Fahrschüler/innen fast unmöglich“, kritisiert Dr. Hinteregger.
  • Gesetzliche Neuregelung für die Mindeststundenanzahl der praktischen Fahrstunden – Derzeit ist es ungewiss, wie viele praktische Fahrstunden – neben den zwölf gesetzlich vorgeschriebenen Stunden – zusätzlich absolviert werden müssen, um zur Führerscheinprüfung zugelassen zu werden. Dadurch sind die Gesamtausbildungskosten unvorhersehbar.

AK Tipps

  • Rufen Sie bei mehreren Fahrschulen an und erfragen Sie die genauen Gesamtkosten der Führerscheinausbildung inkl. allen darin enthaltenen Leistungen sowie der genauen Anzahl der Fahrstunden.
  • Vorsicht: Wenn Führerscheinpreise auf den ersten Blick sehr günstig erscheinen, kann das auch daran liegen, dass die zweite Phase nicht im Preis inkludiert ist.
  • Nicht vergessen: Erkundigen Sie sich auch nach den Kosten der praktischen Fahrstunden und Lernunterlagen.
  • Achten Sie darauf, dass im Komplettpreis nicht immer alle Leistungen – wie Anmeldegebühren oder Versicherungsgebühr – angegeben sind.
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