Festival für Alexander Zemlinsky zum 150er in Prag

In der Prager Staatsoper wird Zemlinskys Werk erklingen
In der Prager Staatsoper wird Zemlinskys Werk erklingen ©APA/Staatsoper Prag
Am 14. Oktober vor 150 Jahren wurde der Komponist Alexander Zemlinsky in Wien geboren. Seine wichtigste Karrierestation wurde dann aber Prag, wo der Tonsetzer von 1911 bis 1927 Musikdirektor am Neuen Deutschen Theater war, in dessen Gebäude sich heute die Staatsoper befindet. Aus diesem Grund wird der 1942 verstorbene Zemlinsky in der tschechischen Hauptstadt mit einem eigenen Festival zum runden Geburtstag geehrt - unter anderem mit einer Uraufführung.

So wird am Sonntag (10. Oktober) an der Prager Staatsoper erstmals das Fragment seiner nie fertiggestellten Oper "Malva" erklingen. Sie beruht auf der gleichnamigen Erzählung des russischen Schriftstellers Maxim Gorki. Instrumentiert und herausgegeben wurde die Fassung vom Zemlinsky-Biograf Antony Beaumont. Außerdem sind vier Konzerte beim Festival zu hören, die neben Werken des Jubilars auch Zeitgenossen am Programm haben.

Damit ehrt die Stadt an der Moldau jenen Künstler, der sie einst auf die Weltkarte der klassischen Musik im frühen 20. Jahrhundert brachte. Schließlich hatte Zemlinsky das Neue Deutsche Theater ab 1911 zu einem großen Opernhaus gemacht. Er setzte Werke von Arnold Schönberg (dessen "Erwartung" hier sogar uraufgeführt wurde), von Ernst Krenek, Paul Hindemith, Erich Wolfgang Korngold oder Franz Schreker auf den Spielplan. Dabei blieb Zemlinsky Prag auch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges treu und wechselte erst 1927 nach Berlin, bevor er vor den Nazis zunächst nach Wien und 1938 dann in die USA emigrierte, wo er 1942 verstarb.

Das Zemlinsky-Festival ist ein Teil des im Vorjahr gestarteten und auf vier Jahre angelegten deutsch-tschechischen Kulturprojekts "Musica non grata". Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe soll Musik von Künstlerinnen und Künstlern auf die Bühne gebracht werden, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Das Spektrum reicht hierbei von den "Theresienstädter Komponisten" wie Pavel Haas, Gideon Klein oder Viktor Ullmann bis zu Komponistinnen wie Ludmila Peškařová, Emma Destinová oder Geraldine Mucha. Am Nationaltheater, der Staatsoper und dem Ständetheater gibt es Bühnenproduktionen und konzertanten Aufführungen, sinfonische Konzerte und Kammermusik sowie wissenschaftliche Projekte.

Aber nicht nur in Prag wird Zemlinsky gefeiert, erlebt sein Oeuvre doch mittlerweile eine Renaissance, was nicht zuletzt dem 1989 gegründeten Alexander-Zemlinsky-Fonds bei der Gesellschaft der Musikfreunde zu verdanken ist. Ein geplantes internationales Symposium musste wegen Covid von Frühjahr in den Spätherbst verschoben werden. Nun findet die Veranstaltung unter dem Titel "Komponist und Dirigent der klassischen Moderne" im Wiener Musikverein am 19. und 20. November statt. In deren Rahmen wird Zemlinsky-Experte Antony Beaumont auch im Schönberg Center einen Vortrag zu den Opernfragmenten des Tonsetzers halten.

(S E R V I C E - )

(APA)

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