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Ferialjobs: Industrie kürzt Angebot

Höchst - Aufgrund der Wirtschaftskrise werden Ferialjobs in den Sommermonaten Mangelware: Beim Beschlägehersteller Blum in Höchst gibt es in diesem Sommer 90 Ferialjobs, in den vergangenen Jahren waren es bis zu 400.

Viele Urlaubsguthaben seien wegen der Wirtschaftskrise bereits abgebaut worden, “deshalb wird der urlaubsbedingte Ausfall von Mitarbeiterkapazitäten in der Produktion in den Sommermonaten deutlich geringer ausfallen”, hieß es. Bei der weltweit tätigen Seilbahnhersteller-Gruppe Doppelmayr wurden in diesem Jahr etwa 170 Stellen vergeben, um 20 Prozent weniger als im Vorjahr.

Für diese Plätze gab es nach Angaben von Unternehmenssprecher Ekkehard Assmann heuer “weit über 500 Bewerbungen”. Nicht ausgewirkt hat sich die Krise auf das Ferialjob-Angebot der Dornbirner Ölz Meisterbäcker GmbH. Dort werden auch heuer wie jeden Sommer etwa 60 Ferialer beschäftigt.

Der öffentliche Sektor in Niederösterreich spart im Gegensatz zur Industrie nicht bei Ferialstellen. Bei der NÖ Gebietskrankenkasse gibt es keine Einsparung: Für die Sommermonate wurden insgesamt 140 Ferialstellen vergeben – genau so viele wie im vergangenen Jahr. Die jungen Arbeitnehmer werden vor allem als Scannerkräfte für die Umstellung auf papierlose Büros benötigt, hieß es. Die Landeshauptstadt St. Pölten wird im Sommer 75 Personen aufnehmen. Gegenüber dem Vorjahr wurde diese Zahl nicht gekürzt, da die Privatwirtschaft angesichts der Krisensituation in weiten Bereichen ausgelassen habe, sagte dazu Rathaussprecher Peter Bylica. Hingegen werden beim Stahlindustriekonzern voestalpine am Standort Krems heuer aufgrund der Wirtschaftslage keine Sommer-Jobs vergeben – im Vorjahr lag die Zahl noch bei rund 45. In der papierverarbeitenden Industrie bleibt etwa Mondi Packaging in Korneuburg bei der Vorjahreszahl: Sechs junge Menschen werden in den Bereichen Arbeitsvorbereitung, Druckvorbereitung, Buchhaltung und Labor eingesetzt.

Gröbere Einschnitte bei Ferialjobs gibt es in Kärnten: Im Villacher Werk des deutschen Halbleiterkonzerns Infineon finden heuer in den Sommermonaten 210 junge Menschen – 130 Praktikanten sowie 80 Ferialarbeiter – am Kärntner Standort eine Beschäftigung. Im Vorjahr waren es beinahe doppelt so viele – nämlich 400. “Vor allem in der Produktion brauchen wir derzeit nicht so viel Leute”, erklärte Infineon-Sprecherin Ingrid Lawicka im Gespräch mit der APA. Keine Einsparungen in Sachen Sommerjobs wird es hingegen bei den Klagenfurter Stadtwerken (STW) geben. Dort werden in den Sommermonaten rund 40 Personen – 25 Praktikanten und 15 Ferialarbeiter – einem Job nachgehen. “Wir sind aber weniger ein Produktionsbetrieb und vielmehr ein Dienstleister”, erklärte STW-Sprecher Harald Raffer.

In Oberösterreich sind auch schwere Zeiten für Schüler und Studenten angebrochen. Die voestalpine nimmt am Standort Linz heuer gar keine Ferial-Praktikanten auf, MAN in Steyr ebenfalls nicht. BMW – auch in Steyr angesiedelt – beschäftigt zwar wie üblich 80 Schüler und Studenten zu Ausbildungszwecken, die 150 bis 200 Ferialarbeiter werden aber eingespart. Bei der Internet-Jobbörse des Landes (http://www.jugendservice.at/jobs), wo vor allem KMU inserieren, ist die Nachfrage daher in die Höhe geschnellt. Das Angebot der Website blieb mit rund 2.000 Jobs von 250 Firmen auf dem Niveau der Vorjahre. Die “Jobdescription” reicht hier von der Bürohilfe bis zum Gurkerlpflücker.

Bei Salzburger Firmen, die derzeit Mitarbeiter abbauen, würden auch kaum Ferialstellen angeboten, bei den anderen Firmen ist der Trend gegenüber dem Vorjahr fast gleich, so das AMS Salzburg. Anders bei der Österreichischen Spar AG: “Wir sind in der glücklichen Lage – so wie üblich – in den Ferien Jobs zur Verfügung zu stellen”, sagte Barbara Moser. Seitens der Jugendinfo Akzente Salzburg, die am meisten Ferialjobs anbieten, hieß es, das Angebot sei sehr gut – “fast besser als in manchen Jahren zuvor”.

In Tirol kürzen die Industriebetriebe auch massiv Ferialstellen: Von einem “sehr niedrigen Bedarf” an Ferialkräften, hauptsächlich in der Produktion aber auch anderen Bereichen aufgrund der rückläufigen Auftragslage spricht beispielsweise der Tiroler Kristallhersteller Swarovski. In Spitzenzeiten habe man über 700 Personen im Sommer beschäftigt. Von 350 auf 100 hat die weltweit tätige Plansee-Gruppe im Stammsitz Reutte ihre Ferialstellen heruntergekürzt. Allerdings habe man bei den Pflichtpraktikanten keine Plätze gestrichen. Um 40 Prozent weniger Sommerferialstellen “quer über alle Funktionen” hat auch das zum US-Mischkonzern General Electrics (GE) gehörende Unternehmen Jenbacher Gasmotoren für heuer zu vergeben. Vor allem seien Ferialplätze in der Produktion betroffen.

Quelle: Presseaussendung

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