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Ferdinandeum zeigt Exponate aus Mittelalter und Renaissance

Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum hat eine Dauerstellung installiert, in der rund 100 Objekte aus dem Zeitraum vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gezeigt werden. Ein Drittel der ausgestellten Kunstwerke ist erstmalig zu sehen. Darunter befinden sich bedeutende Objekte wie etwa eine im 12. Jahrhundert entstandene Artuqidenschale. Eröffnet wird die Ausstellung am 8. November.

Von einem “Neueintauchen in die Bestände des Ferdinandeums” sprach Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen, am Donnerstag angesichts der neuen Ausstellung. Herausgekommen sei letztlich ein “optischer Augenschmaus”.

Hauptverantwortlich dafür dürfte Peter Scholz, Kurator und Kustos der Älteren Kunstgeschichtlichen Sammlungen des Ferdinandeums, sein. Für die vier Räume wählte Scholz zwei verschiedene Wandfarben. Die ersten beiden Räume sind in einem dunklen Aubergine gehalten, während die zwei weiteren Räume in einem hellen, erdigen Farbton erstrahlen. “Beides sind Farben, die es damals schon gab und die man herstellen konnte”, skizzierte er die Intention der Farbgebung. Außerdem sei Aubergine auch eine “liturgische Farbe”, ergänzte Scholz.

Im ersten, in besagtem Dunkelaubergine gehaltenen Raum fällt die Ausstellung gleich mit der Tür ins Haus und präsentiert prominent und beim Betreten sofort sichtbar die wertvolle Artuqidenschale, ein Dokument mittelalterlicher Emailkunst. “Solche Objekte besitzen weltweit nicht viele Museen, darunter beispielsweise das Metropolitan Museum of Art in New York”, führte Scholz nicht ohne Stolz aus. Auch sein “Lieblingsobjekt”, ein winziges, italienischstämmiges Bronze-Kamel aus dem 14. Jahrhundert, das eigentlich ein Dromedar ist, befindet sich in diesem Raum. Diesem traute Scholz zu, zu einer Art “Maskottchen” der Ausstellung zu werden.

Ein mittelalterliches Chorgestühl im zweiten Raum leitet schließlich in den dritten, heller kolorierten Raum über. Mit dem Übertritt in diesen Bereich bewegt man sich auch zeitlich hin zur Spätgotik und Früh-Renaissance. Neben Gemälden von Lucas Cranach ist dort auch der “Marientod” von Jörg Lederer zu sehen. Den größtenteils sakralen Werken wird in diesem Raum beispielsweise eine ganz und gar weltliche Renaissance-Truhe gegenüber gestellt.

Raum vier ist ein “Italiener-Raum” geworden. In diesem sind unter anderem Gemälde ausgestellt, die ursprünglich Bernardo Strozzi oder Caravaggio zugeschrieben wurden, sich aber später als brillante Kopien herausstellten. Als weiteres Highlight ist das vergoldete Bronze-Kruzifix von Guglielmo della Porta in der Raummitte positioniert. “In diesem Raum befinden sich auch Werke, die seit 100 Jahren nicht mehr zu sehen waren,” schwärmte Scholz besonders vom vierten Raum der Ausstellung.

(APA)

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